Mit dem Manifest "Die Stadt in der Stadt Berlin: ein grünes Archipel" legten Oswald Mathias Ungers und seine Kollegen von der Cornell University 1977 die ersten Konzepte und Denkmodelle zur schrumpfenden Stadt vor. Im Gegensatz zur damals populären Rekonstruktion der europäischen Stadt entwickelten sie die Figur einer polyzentrischen Stadtlandschaft. Seine Wirkung entfaltete das Manifest jedoch erst in den 1990er-Jahren, als im Städtebaudiskurs die Auseinandersetzung mit Krisen, Rezessionen und demografischen Schrumpfungen in den Fokus rückte. Diese kritische Ausgabe enthält eine Reproduktion des Ungers-Manifests und eine bislang unveröffentlichte, von Rem Koolhaas verfasste Version sowie Interviews mit den (Co-)Autoren Rem Koolhaas, Peter Riemann, Hans Kollhoff und Arthur Ovaska. Einleitungstexte erläutern die Entstehung des Manifests zwischen Cornell und Berlin, verorten das Werk in der Planungsgeschichte Berlins und stellen dessen Einfluss auf aktuelle Ansätze heraus.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.11.2013
Mehrere konträre architektonische Perspektiven sieht André Bideau in dieser 1977 von Oswald Matthias Ungers verfassten und nun kritisch neu edierten Studie über Berlin als urbanistischen Archipel am Werk. So verdeutlicht ihm das Faksimile des Manuskripts, für ihn der Coup der Ausgabe, die "Mittäterschaft" von Rem Koolhaas und Hans Kollhoff, die hier gemeinsam ihre Vorstellungen von einer radikal neuen Beziehung von Architektur und Gesellschaft formulierten. Der Band ermöglicht Bideau nun auch, die Entstehungsbedingungen der lange nur Insidern bekannten Schrift nachzuvollziehen. Ungers betreffend erfährt er, wie sich dessen Kritik der Nachkriegsarchitektur in Berlin über das Konzept der "kritischen Gegensätze" gegen die damalige Tabularasa-Politik wendete. Und ebenso, wie andere Biografien und Ideen in den Text Eingang gefunden haben.
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