Aus dem Englischen von Thomas Überhoff. Sheila lebt in Toronto: Frisch geschieden und künstlerisch blockiert von der Arbeit an einem feministischen Stück, das sie für ein Theater schreiben soll, steckt sie mitten in der Lebenskrise. Alle anderen scheinen zu wissen, wie das geht: authentisch leben. Nur sie weiß es nicht, hat sie doch das meiste von Männern gelernt, die ihr etwas beibringen wollten. Also beginnt sie, Gespräche mit ihrer besten Freundin, der Malerin Margaux, auf Band aufzuzeichnen, macht sie zum Untersuchungsobjekt ihrer philosophischen Neugier. Und nicht nur sie, sondern auch ihren dominanten neuen Lover Israel. Aber wo bleibt dabei sie selbst? Was, so fragt sie sich, ist Liebe, was ist Schicksal, wie bleibt man sich treu?
Wenn Selbstfindungsliteratur so authentisch, unabgeschlossen und unsicher ist wie Sheila Hetis "Wie sollten wir sein?", lässt Rezensentin Marie Schmidt gerne alle Vorurteile gegen das Genre fahren und feiert Buch und Autorin. Weil Heti sich nicht allein in ihrem Kämmerchen mit abgehobenen existenziellen Fragen herumschlagen wollte, hat die Autorin mit Freunden über Freiheit und Kunst und Liebe gesprochen und nebenbei ein Tonband laufen lassen, verrät die Rezensentin, das Buch basiert vor allem auf diesen Mitschnitten. Statt notdürftige Antworten zu liefern, zeigen die Dialoge vor allem, wie tief "der partikulare Hang zur Selbstzerfleischung" sitzt, erklärt Schmidt.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…