Aus dem Japanischen von Sabine Mangold und Nanae Suzuki. Nakagawa beschreibt eine Klangtopografie, in der die Geschichte und Einzigartigkeit der Stadt Kyoto, des ehemaligen Kaisersitzes, den Lesern vor Augen geführt wird. Dabei werden die bislang in Europa eher unbekannten Klänge Japans hörbar: die vom verfeinerten Gehör der Adligen vor 1000 Jahren gehörten Naturklänge, das nach den Himmelsrichtungen kunstvoll bestimmte Klangsystem der Tempelglocken bis hin zum berauschenden Rhythmus der aufkommenden unteren Gesellschaftsschicht. Die Klangreise Japans führt weiter durch die Welt der Teezeremonie im Mittelalter hin zum traditionsreichen Ensemble des Kyoto-Gion-Festivals von heute.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.08.2000
Das eine steht fest: Rezensent Fritz Göttler ist begeistert von diesem "verzaubernden", von diesem "exotischen Ganzkörperbuch". Leider aber hindert ihn sein Entzücken an einer einigermaßen kohärenten Wiedergabe des Inhalts. Die Welt ist Klang, darum scheint es zu gehen und deshalb um dieses und um jenes Phänomen: etwa die Tempelglocken von Kyoto, um die Zahl fünf, um den Teemeister Rikyu, um Bali. Angetan ist Göttler von den "schönsten Digressionen", von der Sprache des Autors, der "die Worte ihrer Sinnlichkeit, weniger ihres Sinnes wegen wählt". Gar nicht angetan ist er von der Tatsache, dass das Buch nur unvollständig übersetzt wurde und überrascht davon, dass es während eines Forschungsaufenthaltes in Berlin geschrieben worden ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2000
Steffen Gnam bringt in seiner kurzen Kritik so viele Informationen und Anspielungen über Kyoto, klassische japanische Literatur und Ästhetik unter, dass dem Laien der Kopf schwirrt. Aber neugierig macht die Besprechung schon. So viel wird immerhin verständlich: Nakagawa deutet Kyoto als "akustisches Kunstwerk". Dazu beschreibt er quer durch die Jahrhunderte eilend, die Bedeutung akustischer Signale wie das Klappern der Räucherstäbchen oder den "Klangraum" von Kriegstrommeln. Selbst die architektonische Anlage Kyotos, die aus dem Jahre 794 stammt, war offenbar gleichzeitig ein auf die Tempelglocken ausgerichtetes "Klangprojekt". Gnam findet die Studie feinsinnig und bedauert ausdrücklich, dass sie für die deutsche Ausgabe "um einige Kapitel gekürzt" wurde.
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