Sihem Bensedrine

Besiegte Befreite

Eine arabische Journalistin erlebt den besetzten Irak
Cover: Besiegte Befreite
Antje Kunstmann Verlag, München 2004
ISBN 9783888973628
Gebunden, 127 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Ursel Schäfer. Zwei Monate nach dem - offiziellen - Ende des Kriegs reist die tunesische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Sihem Bensedrine in den Irak. Sie will ihre Freundin Nacera wiederfinden, eine irakische Ingenieurin, die ihr zwölf Jahre zuvor die Augen über das Regime Saddam Husseins geöffnet hatte. Aber im "befreiten" Irak bleibt Nacera verschwunden. Was westlichen Berichterstattern verschlossen bleibt, erfährt die arabische Journalistin im Gespräch mit den Irakern selbst. Erst durch die "Befreiung" wird für sie sichtbar, dass die irakische Gesellschaft durch eine 24-jährige Diktatur bis in ihre Tiefenschichten zerstört ist. Doch die Eindrücke einer Reise in eine von Krieg und Diktatur versehrte Gesellschaft führen Sihem Bensedrine auch zu einer Konfrontation mit sich selbst. Was ist aus dem Traum von einer "Renaissance der arabischen Welt" geworden, wie stellt sich die Zukunft anderer arabischer Staaten - wie Syrien oder Tunesien - im Griff einer brutalen Diktatur dar?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2004

Als "nüchtern-kunstvoll komponierte Reportage" lobt Renate Wiggershaus diesen Bericht der tunesischen Journalistin Sihem Bensedrine über ihre Reise in den besetzten Irak kurz nach dem offiziellen Ende des zweiten Golfkriegs. Dort suchte die Autorin nach einer "verschwundenen" Freundin, die ihr bei ihrem Besuch 1993 die Augen über das wahre Gesicht des Baath-Regimes geöffnet hatte. Bensedrine schildere den alltäglichen Überlebenskampf der Menschen in Bagdad. Für die meisten Frauen und Männer, mit denen sie gesprochen habe, berichtet Wiggershaus, habe heute ein "Terror des Chaos" die "Ordnung des Staatsterrors" abgelöst. Die Kriege, die Diktatur und das Embargo hätten den ausgeprägten Bürgersinn ausgehöhlt, für den die Iraker einmal bekannt waren. Den "eigentlichen Schrecken" dieser Reise sieht die Rezensentin - symbolisiert durch die unauffindbare irakische Freundin - in der "Unauffindbarkeit demokratischer Perspektiven" im Irak.

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