Fedo Paulmann ist Meteorologe in Berlin. Während er in der Kunst der Wetterprognose mit Exaktheit brilliert, verläuft sein Privatleben in schlingernden Bahnen. Als er plötzlich gezwungen wird, Verantwortung zu übernehmen, löst das eine Reihe von schwer zu kontrollierenden Ereignissen aus.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2006
Beeindruckt gibt Rezensent Martin Zingg seine Leseeindrücke von diesem Roman wieder, in dem Silvio Huonder anhand der Geschichte einer Beziehung, die sich aus einer Kontaktanzeige ergibt, zeigt, dass Liebe weniger eine Frage großer Gefühle als des Zufalls ist. Huonder erzähle seine komplex konstruierte Geschichte mit "großer Leichtigkeit und Präzision, mit sicherer Hand für überraschende Schnitte", gibt der Rezensent zu Protokoll, und führt besonders die Kürze der Dialoge als dramaturgische Meisterleistung an. Auch inhaltlich bewegt den Rezensenten der Blick des Romans auf das Phänomen Liebe, das hier - anders als sonst- nicht "auf dem roten Teppich" großer Gefühle orchestriert worden ist, sondern "auf dem Boden der Tatsachen", der im Roman über lange Strecken auf ihn zunächst einen eher ungemütlichen Eindruck macht und schließlich mit zwingenden Bildern und Schilderungen begeistert.
Für die Rezensentin Silvia Hess liest sich Silvio Huonders Roman "Valentinsnacht" wie eine "einigermaßen düstere", zugleich tragische und komische Geschichte des modernen Lebens. Huonders Protagonist Fedo Paulmann, so die Rezensentin, ist seinen Vorgängern aus früheren Huonder-Romanen sehr ähnlich und gehört wie sie zur Kategorie der "Unentschlossenen". Über Zufälle und Missverständnisse gerate Fedo allerdings in eine Situation, die eine Entscheidung verlangt: Er schwängere eine nächtliche Zufallsbekanntschaft und entschließe sich nach einigem Hadern zum Dasein des werdenden Vaters, eine Entscheidung, die zu tragen ihm auch im Folgenden durchaus nicht leicht falle. Aller Schwierigkeit zum Trotz: Huonder pflegt "leicht, witzig, fantasiereich, voller Anspielungen und Überraschung" zu schreiben, erklärt die Rezensentin, so dass sich der Leser schließlich freut, Huonders "schrullig-wunderlichem" Ich-Erzähler, heiße er nun Johannes Maculin, Fabio Bosch oder Fedo Paulmann, wieder begegnet zu sein.
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