Simon Blackburn

Gut sein

Eine kurze Einführung in die Ethik
Cover: Gut sein
Primus Verlag, Darmstadt 2004
ISBN 9783896782458
Gebunden, 159 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andreas Hetzel. Wenn Gott tot ist, ist dann alles erlaubt? Sind wir am Ende nicht doch nur durch unsere Gene determiniert? Es gibt so viele Vorstellungen von Ethik, wie es Kulturen gibt - ist damit nicht alles relativ? Werden die Menschen nicht durch die Moral überfordert?
Simon Blackburn stellt sich in seiner Einführung zunächst den häufigsten Einwänden, mit denen sich die Ethik konfrontiert sieht. Er überlegt dann, welches die existentiellen Bedingungen des menschlichen Lebens sind, die die Frage nach der Moral stellen: Geburt, Tod, Freiheit, das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl (Utilitarismus). Er zeigt, wie wir über den Sinn des Lebens nachdenken können und dass wir den Orthodoxien und großspurigen Absolutismen misstrauen sollten, die moralische Debatten oft dominieren. In einem abschließenden Teil bietet er einen Überblick über philosophische Traditionen von Platon und Aristoteles bis zu den heutigen Debatten und unternimmt in Auseinandersetzung damit den Versuch einer eigenen Begründung der Ethik.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.06.2004

Anerkennenswert und nicht an sich verwerflich findet Rezensent Detlef Horster das Bemühen des Philosophen Simon Blackburn, die Leserschaft da abzuholen, wo sie zum großen Teil nun mal ist: außerhalb der engeren philosophischen Zirkel. Also formuliert Blackburn verständlich, nähert sich den Fragen, die er stellt, mit Antworten, die auch der gesunde Menschenverstand nachvollziehen kann. So lautet die erste Frage etwa, ganz passend: "Wozu brauchen wir eigentlich die Ethik?". Antwort: Wir alle sind von unserer Umwelt abhängig und sollten uns wenigstens auf Verständigungsstandards einigen wollen. Blackburn ist Nonkognitivist, und Horster erklärt auch, was das heißt: Die Vertreter dieser Schule gehen nicht davon aus, dass Normen als objektive Tatsachen zu begreifen sind. Deshalb gehört auch Toleranz zu den wichtigsten Werten im Blackburnschen Argumentationszusammenhang. Umso erstaunlicher, kritisiert Horster, dass Blackburn dann die Religion verteufelt. Und überhaupt wird das Unbehagen des Rezensenten immer lauter: Die allzu saloppe Sprache führe zu allzu saloppen Argumenten, und auf die Abschlussfrage, was er nun eigentlich gelernt hat, weiß Horster nur eine sehr unerfreuliche Antwort: "Ich wüsste nichts zu sagen."

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