Aus dem Dänischen von Peter Urban-Halle, mit Gedichtübertragungen von Hanns Grössel. Die Verzahnung von Erotik, Poesie und Religion: dem dänischen Autor Sophus Claussen (1865‒1931) gelang in seinem 1896 erschienenen Doppelroman ein symbolistisches Kunststück, das jenseits der Grenzen seines Sprachkreises kaum bekannt ist. In seiner Heimat ist Claussen jedoch ein Klassiker, seine Werke zählen zu den wichtigsten der skandinavischen Literatur. Tania Blixen sagte über ihn: "Er ist von allen dänischen Dichtern der einzige, der frei ist." Die hier vorgelegte erste Übersetzung überhaupt soll endlich auch dem deutschen Leser die vergnügliche und verblüffende Entdeckung zweier zusammengehörender Romane ermöglichen, die sich durch eine wilde, keinem Gesetz folgende Mischung auszeichnen: sie bestehen aus Erzählungen, Gedichten, Berichten und Reportagen ("Eine Nacht mit Paul Verlaine"), einem dramatischen Dialog und launigen Milieustudien.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2012
Unbedingt lesenswert und auch noch großartig übersetzt! Heinrich Deterings Rezension dieses Romans ist ungemein ermutigend. Der Dichter Sophus Claussen war 1892 nach Paris gegangen, weil es ihm in seiner dänischen Heimat zu eng und spießig geworden war und beschrieb in feuilletonistischen Reiseberichten unter anderem amouröse Abenteuer, die in Dänemark nicht weniger Anstoß erregten als zuvor seine Liebesgedichte. "Antonius in Paris" ist nicht eigentlich ein Roman, erzählt Detering. Zwar gibt es einen Handlungsfaden, aber mit der Form experimentiert Claussen wie es ihm gefällt: Verse, Briefe, Reiseberichte, Liebesgeschichten - dies alles fügt sich am Ende zu einer dichterischen Sprache, zu einer "symbolistischen Wortmagie", die zur Hauptperson dieses Romans wird.
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