Aus dem Usbekischen von Thomas Weiler. Mit Illustrationen von Marija Woronzowa. Weil Frossjas Eltern als Forscher ständig unterwegs sind, lebt das Mädchen bei der Oma, die Kopfarbeit grundsätzlich misstrauisch gegenübersteht und im Kirchenchor mit tiefer Bassstimme singt, in einem traditionellen, hölzernen Bauernhaus auf dem Land. Dort kommt es zu vielen lustigen Verwicklungen mit den kuriosen Persönlichkeiten im Dorf: dem Trunkenbold Nikanor, dem hilfsbereiten, aber kaffeeabhängigen Bären Gerasim, dem Pastor oder dem Museumsdirektor, der Omas Haus abtransportieren und im Freilichtmuseum wieder aufbauen will.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.08.2019
Rezensentin Christine Knödler ist begeistert von der Toughness im Kinderbuch des russischen Autors Stanislaw Wostokow. Es erzählt aus dem Leben der selbstbewussten Frossja, die bei ihrer Großmutter aufwächst und sich selbst nicht als Mädchen, sondern als "waschechtes Bauernweib" bezeichnet. Auch wenn Frossjas Eltern weit weg auf Weltreise sind, sie und ihre Großmutter ihr gemeinsames Haus verlieren und es die Figur des Dorfalkoholikers gibt, handelt es sich laut Rezensentin keinesfalls um ein Problembuch, sondern um eine Mischung aus "betörendem Pragmatismus und schlitzohriger Fantasie", so Knödler. Derartig "unerschrockene" Kinderbücher, die ihren Lesern die Realität zutrauen und aus der geschlechtsabhängigen Rosa-Blau-Zuordnung ausscheren, sollte es öfter geben, wünscht sich die Rezensentin.
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