Herausgegeben von Sabine Leucht, Petra Paterno und Katrin Ullmann. Als die Leiterin des renommierten Berliner Theatertreffens Yvonne Büdenhölzer im Jahr 2019 die 50%-Frauenquote einführte, wurde sie scharf kritisiert. Schließlich verleitet die Quote geradezu reflexhaft zum Widerspruch: Trifft die eingeladenen Regisseurinnen nicht der Generalverdacht, dass sie es nur aufgrund der Frauenquote ins Rampenlicht geschafft haben? Ist bei so einer Vorgabe sogar die Unabhängigkeit der Auswahl-Jury in Gefahr? Die Theaterkritikerinnen Sabine Leucht, Petra Paterno und Katrin Ullmann nehmen diese Fragen zum Ausgangspunkt ihrer Publikation. Zum Berliner Theatertreffen eingeladene Regisseurinnen wie Barbara Frey, Yael Ronen, Anne Lenk, Florentina Holzinger und Pınar Karabulut sprechen darin über weibliche Ästhetik und Arbeitsweisen, über Erfolge, Hürden sowie Wirkung und Sinn der Quote. Die Herausgeberinnen möchten wissen: Wie gestaltet sich für Frauen die künstlerische Arbeit am Theater? Was verändert eine Quotenregelung in der Regie? Wo existieren strukturelle Ungleichheiten und wie könnten diese in Zukunft behoben werden?
Ein durchweg hohes Reflexionsniveau bescheinigt Rezensentin Esther Boldt den hier versammelten Interviews mit Theaterregisseurinnen zur Frauenquote beim Theatertreffen. Auch wenn die Positionen der befragten Regisseurinnen durchaus voneinander abweichen, findet die Rezensentin die Beiträge durchweg interessant und lehrreich. Sie erkennt bei allen das umfang- und facettenreiche Wissen sowie die einigende Erfahrung, mit einem Bewusstsein der Gleichheit aufgewachsen, aber im Theater mit einer ganz anderen Realität konfrontiert gewesen zu sein.
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