Friedrich Knilli

Ich war Jud Süß

Die Geschichte des Filmstars Ferdinand Marian
Cover: Ich war Jud Süß
Henschel Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783894873400
Gebunden, 336 Seiten, 20,40 EUR

Klappentext

Der Autor erzählt die Lebensgeschichte des Schauspielers Ferdinand Marian von der Jugend in Wien, den ersten Theatererfolgen und der Karriere im Dritten Reich bis zum mysteriösen Tod. Im Mittelpunkt der Biografie aber steht Marians Darstellung des Joseph Süß Oppenheimer in Veit Harlans Film "Jud Süß": eine Rolle, die Marian nur widerstrebend angenommen und die ihm einen zweifelhaften Ruhm beschert hatte. Knilli zeigt, wie Marians Schicksal durch diese Rolle eine verheerende Wendung nahm. Zugleich untersucht der Autor die perfide Funktionsweise des Films "Jud Süß" - insbesondere dessen eigenartige Elemente antisemitischer Erotik.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.05.2001

Fritz Göttler bespricht zwei Biografien Rücken an Rücken: eine zu Marianne Hoppe, eine zu Ferdinand Marian.
1) Petra Kohse: "Marianne Hoppe"
Über das Buch selbst hat Göttler wenig zu sagen, mehr, aber auch nicht viel, über das Leben der Biografierten, vor allem ihre Leinwand-Persona: "Was für eine strenge Schönheit, ohne jede Spur Jugendlichkeit". Über das Buch nur das: es besteht aus "streng konturierten Bruchstücken", die Haltung der Verfasserin liegt zwischen "Sympathie und Distanz".
2) Friedrich Knilli: "Ich war Jud Süß"
Die Rolle, die ihn berühmt macht - der Jud Süß in Veit Harlans Propagandafilm -, hat zugleich seine Nachkriegskarriere verunmöglicht. Ferdinand Marian starb dann schon 1946. Erzählt wird das Leben hier "in großem Bogen", man erfährt vom Unwillen des Darstellers, die Rolle des Juden Oppenheimer zu übernehmen. Knilli berichtet offensichtlich sehr solidarisch, "leidet mit", hatte, so berichtet Göttler, gegen Widerstände bei der Recherche zu kämpfen.
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