Wolfgang Sandner (Hg.)

Heiner Goebbels

Komposition als Inszenierung
Cover: Heiner Goebbels
Henschel Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783894874315
Gebunden, 240 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Seit Mitte der 80er-Jahre erfindet Heiner Goebbels das Musiktheater neu. Er ist Komponist, Regisseur und Theatermacher in einer Person. Goebbels arbeitet mit Schauspielern, Sängern, Musikern, Schriftstellern, bildenden Künstlern und Bühnenbildnern aus vielen Ländern zusammen, deren künstlerische Ausdrucksformen er in seinen Kompositionen wirkungsvoll miteinander verbindet. Das bisher einzige Buch über Goebbels umfasst Texte von ihm selbst und über ihn. Es ist nach thematischen Schwerpunkten gegliedert: Der Musikkritiker Wolfgang Sandner setzt sich in einem biografischen Essay mit dem Leben und Werk des Komponisten auseinander. Musik- und theatertheoretische Texte von Goebbels und den verschiedensten Kennern seiner Arbeiten (u. a. Heiner Müller, Helmut Heissenbüttel), sowie zwei Libretti ("Max Black", "Die Wiederholung"), Partiturauszüge und Spielanleitungen geben Einblick in die Praxis des Komponisten.

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

Heiner Goebbels ist einer der bekanntesten unbekannten Komponisten unserer Zeit. Zu seinem 50. Geburtstag erschien dieses Jahr, herausgegeben von Wolfgang Sandner, ein Band mit Texten von und über Goebbels. Dazu viele Fotos von Inszenierungen, für die Goebbels die Musik komponierte. Das Buch ist an vielen Stellen gar zu sehr nur Freundesgabe. Aber es gibt andere Beiträge darin, die einen nicht nur einstimmen wollen in den Chor der Begeisterten, sondern die einem auch Augen und Ohren öffnen, die einen klüger machen...
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.12.2002

In seiner kurzen Rezension stuft Sebastian Werr das Buch mit Texten von und über den Avantgarde-Komponisten Heiner Goebbels knapp als "lesenswert" ein. Denn das Buch zeige den Weg, den das Musiktheater des 21. Jahrhunderts einschlagen könne. Goebbels, erklärt der Rezensent, schere sich nicht um die "kompositorische und intellektuelle Wahrheit", sondern er versuche Sprache, Musik, Farben, Formen und Flächen in einen "kontinuierlichen Schwebezustand" zu versetzen, der sich erst im Zuschauer selbst verfestigt. Außerdem zeige Goebbels im Gegensatz zur alten Avantgarde keine Berührungsängste mit "verbrauchtem Material". Der Komponist plädiere "für den bewussten Umgang mit dem Vorgefundenen, was Popmusik bis zum Techno ebenso einschließt wie Geräusche des täglichen Lebens".
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