Porträt eines legendären Ensembles um einen einzigartigen Regisseur, ausführliche Gespräche mit allen Ensemblemitgliedern, mit zahlreichen Fotos vom Wirken der Truppe. Das legendäre Ensemble um Dieter Dorn existiert seit über dreißig Jahren: Zunächst in der "goldenen Ära" an den Münchner Kammerspielen, dann am Bayerischen Staatsschauspiel profilierte sich das eingeschworene Team mit wegweisenden Inszenierungen. Woraus bestand der Kitt, der es über so lange Zeit zusammenhielt? Diese Frage stellt die Autorin allen Mitgliedern des Kernensembles, das sie auf der Grundlage exklusiver Interviews porträtiert. Schauspieler, Dramaturgen, Ausstatter, Techniker und viele andere erzählen von ihrer "Familie" und vom großen "Patriarchen".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.05.2008
Thomas Leuchtenmüllers Rezension ist der Respekt vor der künstlerischen Leistung des Theaterintendanten und -regisseurs Dieter Dorn deutlich anzumerken. Dorn arbeitete ab 1976 an den Münchner Kammerspielen, bis er 2001 samt seinem künstlerischen Anhang an das Residenztheater wechselte, wo er noch bis 2011 bleiben wird. Leuchtenmüller lobt Christina Halberliks Buch zur Ausstellung "Das Münchner Ensemble um Dieter Horn" vor allem wegen ihrer gelungenen Interviews mit bekannten wie unbekannten Mitarbeitern Dorns ("Dornianer"), die es schaffen, den Theatermann zu charakterisieren, "ohne seinem Schaffen das Geheimnis zu rauben". Er vermutet nach der Lektüre des reich bebilderten Bandes, dass im Ganzen das Vermeiden von Extremen den Weg Dorns geebnet habe, und erklärt dessen elitären Status in der deutschen Theaterlandschaft trotzdem mit seiner "fürsorglicher Egomanie im Dienste des Dramas", die der Rezensent schon bald schmerzlich vermissen wird.
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