Otto Müller Verlag, Salzburg 2026
ISBN
9783701313426 Gebunden, 164 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Der Ich-Erzähler im neuen Roman von Stefan Sommer hat alles und nichts: Als erfolgreicher Techno-DJ wird er auf private Partys von Superreichen eingeflogen, lässt sich von Haute-Cuisine-Chefs bekochen, nächtigt in Grand Hotels. Ein luxuriöses Leben zwischen Helikopterflügen, Infinitiy-Pools, Champagner und den immer groteskeren Wünschen eines Superstars, der von sich und der Welt gelangweilt ist. Dazwischen: Loneliness. Designerdrogen und Schmerzmittel helfen nur vorübergehend, und auch Christian, ein verheirateter Mann, ist schnell wieder aus dem Leben des DJs verschwunden. Während seiner gnadenlosen Hetze um die Welt erkennt der Erzähler irgendwann, dass er davonläuft: Vor dem Verlust der Mutter, die Jahre zuvor verstorben ist. Seither trägt er ihre Lieblingsblumen als Tattoo auf der Haut - ein zarter Versuch, der Härte der Erfolgsindustrie etwas entgegenzusetzen. Partypeople blickt mit kalter Komik in die Welt des großen Geldes: erzählt von Rich Kids, Tech-Oligarchen, performativer Männlichkeit und neuem Kapitalismus. Man hofft auf einen Ausweg, und ahnt doch, dass es keinen geben kann.
Den Popliteraturpreis hat Stefan Sommer nicht gewonnen, ein Blick in seinen Roman lohnt sich aber trotzdem, findet Rezensent Jan Drees. In der Clubkultur liegen Euphorie und Melancholie, Ekstase und psychischer Absturz eng beeinander, weiß der Kritiker. Auch Sommers Protagonist, ein schwuler DJ, bekommt das zu spüren. Immer exzentrischer werden seine Auftritte, jemanden, der ihn auf den Boden der Tatsachen zurückholt, hat er nicht mehr, er ist ein "hedonistischer, gedankenarmer Typ", wie Drees uns verrät. Er streicht die hohen Gagen bei Auftritten für Tech-Bros oder in Dubai ein, inszeniert sich für die sozialen Medien und kann doch das rapide Altern der Techno-Kultur nicht aufhalten, lesen wir. Für den Kritiker sind in dieser Hinsicht zwar die Bücher von Rainald Goetz und Co. überzeugender, dafür weiß der "Gay Romance"-Plot des Buches mit seiner Rauhheit und seinen Bezügen zum verqueren Selbstbild des Protagonisten zu begeistern. Drees ist gespannt, was Sommer in Zukunft auf dem literarischen Plattenteller mixt.
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