Mit einem Vorwort von Oskar Lafontaine. Ein Bericht aus dem nicht beendeten Kalten Krieg. Bodo Ramelow, ein Gewerkschaftsfunktionär, der 1990 von Hessen nach Thüringen wechselte und dort in die Politik geriet, engagierte sich in der "falschen" Partei. Deshalb wurde über den stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion "Die Linke" ein Ausnahmerecht verhängt. Ramelow steht seit Jahren unter Beobachtung verschiedener Geheimdienste, gegen die er sich sowohl politisch als auch juristisch wehrt.
Otto Diederichs zeigt sich enttäuscht von Stefan Wogawas Buch über den Fall des vom Verfassungsschutz beobachteten Bundestagsabgeordneten Bodo Ramelow. Verständlich findet er, dass der Politiker, der zwischen 1996 und 1999 observiert wurde, die Beobachtung seiner Partei (der PDS bzw. der Linken) und seiner Person für rechtswidrig hält und Akteneinsichten verlangt. Das Buch hätte nach Ansicht von Diederichs durchaus spannend werden können, hätte es die mühseligen Versuche eines Betroffenen, Einsicht in seine geheimdienstlichen Unterlagen zu erhalten, klar und verständlich aufgearbeitet. Zu seinem Bedauern benutzt Wogawa stattdessen die Affäre zu einer Generalabrechnung mit den politischen Gegnern der PDS/Die Linke, wobei er sich einer Sprache bediene, die an den "agitatorischen Stil der 1980er-Jahre" erinnere. Fazit: eine vertane Chance.
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