Stefanie Sargnagel

Statusmeldungen

Cover: Statusmeldungen
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2017
ISBN 9783498064440
Gebunden, 304 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

In 80 Tagen aus dem Bett - Sargnagel kommt aus dem Internet und ist, mit Ausnahme von Rainald Goetz und seinem Online-Tagebuch "Abfall für alle", die erste deutschsprachige Autorin, die im Netz eine Form für sich gefunden hat, die passt, als Literatur funktioniert und über die bisherigen Kanäle ein großes Publikum erreicht. Stefanie Sargnagel schreibt radikal subjektiv und sehr weise über das sogenannte einfache Leben, über Feminismus, über Aussichtslosigkeit und Depression. Stefanie Sargnagel gibt sich wortkarg, gerät aber doch immer wieder ins Erzählen, zeichnet zwischendurch auch mal was, sprengt alle Genregrenzen und erreicht auf nie betretenen Pfaden etwas, das man nicht Roman nennen muss, um davon gefesselt zu sein. Das ist oft zum Brüllen komisch und manchmal tragisch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.08.2017

Am besten nimmt man Stefanie Sargnagel einfach nicht zu ernst, rät Martin Oehlen. In "Statusmeldungen" sind jetzt Sargnagels Sentenzen ungefähr der letzten zwei Jahre abgedruckt worden, und neben "allerlei Depressiva" und Provokationen Sargnagels - der Rezensent zitiert etwa: "Ich bin Goethe" oder "Immer wenn mir fad is, ruf ich in der vollen U-Bahn 'Allahu akbar'" - finden sich darin ungenierte Gedanken über Stuhlgang und über die Vorfälle der Kölner Silvesternacht, fasst Oehlen zusammen. Es wundert den Rezensenten wenig, dass Sargnagel ihr Buch später eigentlich lieber "täglich alles" genannt hätte.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.08.2017

Schon der himmelblaue Leinen-Einband von Stefanie Sargnagels "Statusmeldungen" hat es Rezensentin Shirin Sojitrawalla angetan. Und wenn sich die Kritikerin dann in das wunderbar absurde und megalomane "Sargnagel-Universum" stürzt, von parfümierten Damenbinden, Callcenter-Dialogen und Sargnagels Tätigkeit als Flüchtlingsschlepperin liest, entdeckt Sojitrawalla nicht nur treffende und hinreißend komische Alltagsdiagnosen, sondern denkt auch unweigerlich an Rainald Goetz. Die kleinen Zeichnungen, welche die Autorin, die bei Daniel Richter bildende Kunst studierte, dem Band beigegeben hat, lassen die Rezensentin über die ein oder andere lahme Meldung hinwegsehen. Nicht zuletzt freut sie sich über das Glossar mit Personen- und Begriffserklärungen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2017

Rezensent Nicolas Freund freut sich, dass Stefanie Sargnagels "provokante" Statusmeldungen jetzt auch in Buchform erschienen sind. Der Kritiker mag die Mischung aus öffentlichem Tagebuch, "zynischem" Witz und Do-it-yourself-Journalismus und amüsiert sich prächtig, wenn ihn die junge Wiener Autorin kurz wissen lässt, dass man im Café Weidinger "gut scheißen" kann, ihr Clownworkshop wegen Kolonialismus abgebrochen wurde oder ihr Interesse, sich während der Flüchtlingskrise als Schlepperin zu betätigen, nur kurz anhielt. Bei aller Ironie spürt Freund in den kurzen entlarvenden Texten immer auch ein zartes Gefühl von "Hilf- und Ratlosigkeit". Und wenn ihm die Autorin die ganze "Armseligkeit" und "eigenwillige Schönheit" von Lugner-City in kurzen Szenen vor Augen führt, findet der Rezensent: Der Hype um Sargnagel ist gerechtfertigt.

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