"Niemals bin ich weniger allein, als wenn ich allein bin": So paradox bekennt sich der geniale Scipio (gest. 183 v. Chr.) zum fröhlichen Surfen und Chatten in einem weiten geistigen Internet. Unter dem Motto dieser Titelgeschichte entführt Klaus Bartels seine Leser zu einer Zeitreise durch die Jahrhunderte. Sie beginnt in dem legendären Fort Knox des Lyderkönigs Kroisos und führt über den Hausdrachen Xanthippe und den Starsophisten Protagoras, den schamlosen "Hund" Diogenes, den Genießer Lucullus, die "unnachahmlichen Lebenskünstler" Antonius und Kleopatra und viele andere bis in die Renaissance. Über drei Jahrzehnte hinweg, seit 1972, ist die Rubrik "Streiflichter aus der Antike" regelmäßig vierzehntäglich in der "Neuen Zürcher Zeitung" erschienen. Diese jüngste, fünfte Sammlung vereinigt wiederum siebzig ausgewählte Kolumnen zu einem lebensvollen, farbenreichen Spektrum.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2004
In diesem Band sind die "Streiflichter aus der Antike" versammelt, die Klaus Bartels seit vielen Jahren in der
NZZ veröffentlicht und in denen er als klassischer Philologe den Bezug
zu einer Gegenwart sucht, die es mit dem Erbe nicht immer ganz genau nimmt.
Dem Rezensenten mit dem Kürzel "Lü" gefallen sowohl die "anekdotische
Gelehrsamkeit" wie die gekonnten Pointen der Texte, wenngleich er leise
Zweifel hat, ob hier mitunter nicht "allzu fröhlich modernisierte
Wissenschaft" präsentiert wird. Der Genuss aber überwiegt eindeutig.
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