Wie kommt es, dass ein einfacher Junge aus der ungarischen Provinz zu einer politischen Figur werden konnte, die seit Jahrzehnten die politische Szene seines Landes beherrscht? Wie vermochte es dieser Junge, zu einem der größten illiberalen Einflussfaktoren der Welt zu werden? Warum und wie entwickelte sich das heutige Ungarn zu einem neoautoritären Staat? Welches geopolitische Spiel spielt Viktor Orbán, der Ministerpräsident des Landes, zwischen kontinentalen Allianzen und globalen Mächten? Dieses Buch ist eine politische Biografie von Viktor Orbán und zugleich eine historische Analyse der ungarischen Entwicklungen seit 1989. Stefano Bottoni, ein international anerkannter Osteuropa- und Ungarnexperte der Universität Florenz, erklärt den einzigartigen Weg Ungarns seit 2010: Eine unvollkommen funktionierende, aber vollwertige Demokratie wurde durch ein sich ständig radikalisierendes, autoritäres System ersetzt, das zwei Vorbilder hat: Wladimir Putins Russland und das neue Amerika unter Donald Trump. Die Entwicklungen im mitteleuropäischen Land erinnern uns daran, dass die Demokratie stirbt, wenn sie nicht von einem demokratischen Geist erfüllt wird. Das Problem Ungarns ist aber das der Europäischen Union, denn das Orbán-Regime trägt ein illiberales Modell mit globalen Verbindungen in die EU hinein, erkennbar an Orbáns engen Verbindungen zu Alice Weidel in Deutschland oder Herbert Kickl in Österreich."Eine unabhängige und umfassende Darstellung der kleptomanischen Autokratie des Orbán Regimes in Ungarn" - Paul Lendvai
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2026
Ein starkes Buch über Viktor Orbán und damit eine der "interessantesten politischen Figuren dieser Zeit" legt Stefano Bottoni laut Rezensent Alexander Haneke vor. Wobei es sich, stellt Haneke gleich klar, nicht wirklich, wie der deutsche Titel des Buches nahelegt, um eine Biografie handelt. Die persönliche Prägung und das Innenleben Orbáns interessieren Bottoni nicht, vielmehr beschreibt der italo-ungarische Historiker das politische System Orbán. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Wandel vom Liberalen, der Orbán in den 1990er und noch bis Mitte der Nullerjahre war, zum antiliberalen Rechtspopulisten. Orbán hat offensichtlich früher als andere die Zeichen der Zeit erkannt und vor allem bemerkt, dass die Demokratie, insbesondere auch aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten, in Ungarn nach dem Ende des Sozialismus nie wirklich Fuß fassen konnte, liest der Kritiker. Weshalb er sich daran machte, die autoritären Strukturen eben dieses Sozialismus in neuem Gewand wiederzubeleben. Gut gefällt Haneke, dass Bottoni Orbáns Projekt zwar klar kritisch gegenübersteht, in seinen Ausführungen jedoch auf Beschreibung und Analyse anstatt auf Moralisierung setzt. Insofern ein wichtiges Buch, das höchstens, heißt es am Schluss, hier und da etwas arg ausführlich geraten ist.
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