Klappentext
Überall in Europa und mit Trump auch in den USA gewinnen Rechtspopulisten massiv an Unterstützung und gefährden die liberale Demokratie. Ihr Ziel ist die schrittweise Aushöhlung der demokratischen Institutionen, um ihre eigene Agenda durchzusetzen: gegen Migration, gegen die EU, gegen die vermeintlichen "Eliten", für einen autoritär regierten Nationalstaat, in dem die freiheitliche Rechtsordnung zunehmend ausgehebelt wird. Gezielt erodieren sie das Vertrauen in die liberalen Elemente des demokratischen Systems. Peter R. Neumann und Richard C. Schneider haben sich unter anderem in Ungarn, Frankreich, den Niederlanden, Italien und den USA umgesehen. Ihre augenöffnende Recherche zeigt wie unter einem Brennglas, welcher Gefahr Deutschland gegenübersteht. Nicht zuletzt ist das Buch eine dringende Warnung: Wenn wir nicht erkennen, was Rechtspopulisten auch hierzulande vorhaben, wenn demokratische Parteien nicht zusammenstehen und zusammenarbeiten, dann könnte es zu spät sein, um sie aufzuhalten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.08.2025
Insgesamt gut informiert über die aktuelle Krise westlicher Demokratien fühlt sich Rezensentin Viola Schenz nach der Lektüre dieses Buches. Geschrieben haben es zwei, die sich auskennen, Peter R. Neumann ist in London Professor für Sicherheitsstudien, Richard C. Schneider ein Journalist und langjähriger ARD-Studioleiter. Ein paar schiefe Konjunktive gibt es zwar in der Buchversion, aber insgesamt ist das alles laut Schenz gut recherchiert und beobachtet. Inhaltlich muss man, findet Schenz, gelegentlich aufpassen, was die Begriffswahl angeht, die Fallbeispiele, die die Probleme von Demokraten in der Gegenwart aufzeigen, umfassen neben Deutschland und den USA unter anderem auch Ungarn und die Niederlande, nicht immer ist klar, in welchem Sinne in einzelnen Ländern Worte wie "liberal" verwendet werden. Die Grundthese lautet, dass Populisten auf ein System hinaus wollen, in dem Regierung und Volk ohne störende, zwischengeschaltete Institutionen wie Wissenschaft und Behörden interagieren, bei der Bevölkerung kommt das teils gut an, weil diverse Krisen das Vertrauen in Experten erschüttert haben und die Menschen sich außerdem besser informiert fühlen als früher. Schenz findet das schlüssig und fragt sich am Ende, ob nicht doch etwas dran sein könnte an der Hufeisentheorie, so nah, wie sich zum Beispiel die AfD und das BSW in vielen Fragen sind - vielleicht ist das Problem eher allgemein der aufkommende Populismus, nicht nur dessen rechte Spielart.