Mit Illustrationen von Magda Wel. Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki. Vom Fahrradfahren in der Antarktis bis zu Leonardo Da Vincis geheimer Leidenschaft fürs Kochen - Stefano Massini erzählt ebenso wahre wie verblüffende Geschichten zu Gefühlslagen, die jeder kennt, für die es aber keinen Namen gibt. Zum Beispiel das Gefühl, dem Ziel seiner Wünsche ganz nahe zu sein - und es trotzdem zu verpassen. Dafür schöpft Massini den Begriff 'Birismus', nach dem verkannten Erfinder des Kugelschreibers László Biró und erzählt seine unglückliche Geschichte. Jeder Eintrag dieses herrlich bebilderten Buches zeigt uns die Sprache und Geschichte mit neuen Augen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 05.01.2021
Rezensentin Maike Albath hat Spaß mit Stefano Massinis Wörterbuch der fehlenden Ausdrücke. Der sprachphilosophische Hintergrund solch munteren Wörtersuchens und -findens quer durch die Epochen und historischen Gestalten entgeht Albath nicht: Sprache ist immer nur ein Teil unseres Denkens und Fühlens, erkennt Albath anhand des von Annette Kopetzky "glänzend" übertragenen Diktionärs. Den verborgenen Teil kann man mit Massini und seinen Geschichten und Figuren auf vergnügliche Weise entdecken, meint die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2020
Rezensentin Ursula Scheer lernt gerne die neuen Wörter kennen, die Stefano Massini in seinem Buch erfindet. Anhand von Geschichten, die er um historische Persönlichkeiten spinnt (mit einer besonderen Schwäche für "Beinahe-Heroen", so Scheer), kreiert der italienische Autor und Theaterregisseur Wörter, die es noch nicht gibt, aber geben sollte - so zum Beispiel das Adjektiv "alfonsinalisch" (ausgehend von der Radsportlerin Alfonsina Morini) für die Herabwürdigung weiblicher Siege in gemischten sportlichen Wettbewerben. Dass die historischen Fakten manchmal etwas stark auf die Anekdoten und zugehörigen Wortneuschöpfungen zugeschnitten würden, entschuldigt Scheer mit Massinis literarischem Anspruch. Ein Buch, das gekonnt mit Nähe, Distanz und Perspektive spiele und zu einer "Revue der Wortwerdung an sich" einlade, schließt die Rezensentin.
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