Sten Nadolny

Herbstgeschichte

Roman
Cover: Herbstgeschichte
Piper Verlag, München 2025
ISBN 9783492074032
Gebunden, 240 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Der Schauspieler Bruno und sein Freund Michael, Schriftsteller, lernen auf einer Bahnreise die junge Marietta kennen. Die Kunststudentin ist merkwürdig unruhig und scheint vor etwas auf der Flucht zu sein. Spontan nehmen sich Bruno und Michael ihrer an und begleiten sie bis nach Venedig, wo sie nach wenigen Tagen einfach verschwindet. Erst Jahre später begegnet Michael ihr auf einer Lesung wieder. Diese Begegnung ist der Beginn einer Fürsorge für eine traumatisierte Frau, deren Geschichte auch die Lebenswege von Michael und Bruno verändert.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 27.11.2025

Ziemlich verschachtelt ist der neue Roman von Sten Nadolny, findet Rezensent Wolfgang Schneider: Drei alternde Männer aus der Kreativbranche treffen im Zug eine wunderschöne, junge Frau, die als Super-Recognizerin arbeitet und deshalb auch zwei der Männer erkannt hat. Zwischen ihrem eigenen Älterwerden lassen sich die Männer in die vertrackte Lebensgeschichte der Frau hineinziehen, erfahren wir, und das, was wir lesen, ist wiederum das, was einer der Männer zu einem Roman gemacht hat. Für Schneider ein Buch, das auf komplexe Weise mit seinen Charakteren und Elementen der Kolportage spielt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2025

Ziemlich kompliziert klingt die Handlung von Sten Nadolnys "Herbstgeschichte", aber Rezensent Andreas Kilb scheint sie trotzdem gerne gelesen zu haben. Es gibt mindestens drei wichtige Figuren: den melancholischen Schriftsteller Waßmus, den Regisseur Bruno Gnadl und die "stockhübsche Marietta", der allerdings im Lauf der Handlung nicht nur ein schlimmes Unglück passiert. Diese Protagonisten treffen sich nun im Laufe des Romans in unterschiedlichen Konstellationen und unterschiedlichen Zeiten wieder, die beiden Männer begegnen sich zunächst als entfremdete Freunde in einem IC im Jahr 1989  - ein wiederkehrendes Thema bei Nadolny, merkt der Rezensent an, das im Laufe der Handlung noch wichtig wird: der "Freundesverrat". Mit vielen Sprüngen und Abschweifungen spinnt Nadolny die Geschichte weiter, so Kilb, zwischendurch unterbricht ein Erzähler die Geschichte, der dann selbst im Roman vorkommt. Ein kunstvolles Netz von "Verschlüsselung und Verspiegelung" hat der Autor hier gesponnen, meint der Kritiker. Vor allem überraschend ist die Figur der Marietta in ihrer Passivität und "Hilfsbedürftigkeit" - schade, dass sie ein wenig untergeht im Roman, findet Kilb. Auch ist dem Kritiker das Ende ein klein wenig zu konventionell und etwas "verkitscht" geraten. 

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