Steve Almond

Körper in Extremsituationen

Stories
Cover: Körper in Extremsituationen
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2004
ISBN 9783462033779
Taschenbuch, 239 Seiten, 8,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Ingo Herzke. Ein junger Popkritiker, der seine erste Stelle weit weg vom Studienort angetreten hat, lässt seine bildhübsche Freundin Jo zurück und plagt sich so lange mit der Einsamkeit herum, bis er im Schwimmbad die wenig attraktive Bademeisterin Claudia kennen lernt. Als Jo überraschend ankündigt, zu ihm zu ziehen, macht er am Abend vor ihrer Ankunft eine unwiderstehliche Entdeckung beim ersten Sex mit Claudia. Ein Student verliebt sich auf dem Campus in eine polnische Kommilitonin, die ihm durch ihre fremdartige Schönheit auffällt. Er fährt mit ihr nach Polen, trifft auf ihre Mutter und im Zusammenleben der drei wird unwiderruflich klar, dass die kulturellen Unterschiede nur zu einem endgültigen Bruch führen können.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.05.2004

Wie schön, schreibt der Rezensent Frank Schäfer, dass sich Steve Almond in seinen "straighten, ziemlich naturidentischen, eben uramerikanischen Short Stories" über alle sich anbietenden Kategorien hinwegsetzt. Da wäre zum Beispiel die Kategorie "Fit-for-Fun-Ästhetik" oder die Kategorie "cool", denn Almonds Sache sei der Sex oder, wie Schäfer es ausdrückt, "zumeist unglückliche erotische Kollaborationen". Fernab von jeglicher "metaphorischen Spitzenunterwäsche" und "ironischem Augengeklimper" liegen hier nicht nur die Akteure nackt vor uns, sondern auch die Tatsachen. Und die seien manchmal alles andere als cool, etwa wenn ein Erzdemokrat beim Cunilingus an einer republikanischen Wahlhelferin zu diskutieren anfängt? Gesund findet der Rezensent Almonds Misstrauen gegenüber dem "Somatischen", denn letztlich könnten Körper nur Wünschen Ausdruck verleihen, niemals aber autark Tatsachen schaffen. Besonders gefallen hat dem Rezensenten die Erzählung "Versuch einer Annäherung", in der Almond paarungsbereite "Durchschnittsmenschen" aufeinandertreffen lässt und ihre taxierenden Gedanken aufs Genaueste und wie der Rezensent findet aufs Wahrste seziert. Schade nur, so der Rezensent abschließend, dass der Verlag zu uncool war, den uncoolen amerikanischen Titel "My Life in Heavy Metal" im Deutschen zu übernehmen.

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