Aus dem Amerikanischen von Nikolaus Stingl. Sie waren verstoßen und verwaist, doch dann gab ihnen jemand ein Zuhause - und sie wurden gefeiert. Zadie Smith, David Foster Wallace, A. M. Homes, Rick Moody, Jonathan Lethem - kaum zu glauben, dass die Erzählungen dieser Autoren einmal niemanden interessierten. Bis Dave Eggers das Literaturmagazin "McSweeney's" gründete. Heute, zehn Jahre später, zählen diese Autoren zu den wichtigsten englischsprachigen Erzählern der Gegenwart. Benannt wurde das Magazin nach Timothy McSweeney, einem mysteriösen Unbekannten, der vorgab, Dave Eggers' verschollener Onkel zu sein. Er wurde nie in die Familie aufgenommen. Und damit erging es ihm so ähnlich, wie jenen Autoren, die am Anfang ihres Schaffens von allen möglichen Magazinen die immer gleichen Absagen erhielten: Ihre Erzählungen seien zu schräg, zu lang, zu kurz, zu zeitlos oder nicht zeitlos genug.
Zwar weckt diese Short-Story-Sammlung in Rezensentin Margret Fetzer lauter Erinnerungen an ein Amerika, das schon unter den Trümmern der Ära Bush versunken schien, weshalb dieses Buch mit dem schreienden Cover aus ihrer Sicht eine ideale Lektüre zu Barack Obamas Amteinführung ist. Auch handelt es sich bei der Edition aus Sicht der Rezensentin um amerikanische Gegenwartsliteratur pur, bilde die Story-Edition die USA in ihrer ganzen gegenwärtigen Komplexität ab. Dennoch ist ihre Begeisterung nicht ungetrübt, gibt es Ungereimtheiten - zum Beispiel die Behauptung von Herausgeber und Mitautor Dave Eggers, die hier versammelten Autoren seien ”literarisch Verstoßene”, eine Ansicht, die ihr speziell mit Blick auf Zadie Smith oder David Foster Wallace doch reichlich seltsam erscheint. Trotzdem räumt sie ein, dass viele der hier versammelten Geschichten dieses sonst eher ”populistischen” Genres eine Sonderstellung haben, sozusagen die ”Nerds” versammelt sind - was für LeserInnen allerdings auch bedeute, dass die Lektüre manchmal nicht ganz unanstrengend ist.
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