Aus dem Amerikanischen von Harald Stadler und Barbara Schaden. Was ist Autismus? Eine verheerende Entwicklungsstörung, eine lebenslange Behinderung? Oder aber eine ganz normale kognitive Eigenheit, verwandt mit Formen des Genies? In Wahrheit ist Autismus das alles und noch mehr. Silberman nimmt den Leser mit auf eine Kreuzfahrt nach Alaska - an Bord die führenden Programmierer des Silicon Valley. Oder auch ins London des 18. Jahrhunderts, wo der exzentrische Henry Cavendish das ohmsche Gesetz entdeckte - aber niemandem davon erzählte. Und wir hören die Geschichte von Hans Asperger, der seine kleinen Patienten vor den Nazis zu beschützen versuchte.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 13.10.2016
Zunächst einmal findet Rezensent Stefan Schmitt, dass Steve Silbermann ein wichtiges Buch zum Verständnis von Autismus geschrieben hat. Der Begriff der "Neurodiversität", den der Autor einführt, erscheint dem Kritiker klug: Das autistische Spektrum werde so zum Teil menschlicher Vielfalt erklärt. Überhaupt lobt er Silbermanns Appell, mit Menschen bedürfnisgerecht umzugehen. Ein ebenso sympathisches wie detailfreudiges Buch, lobt Schmitt, dem er nicht nur zahlreiche Fallstudien, historische und medizinische Erklärungen und Referenzen, sondern auch Beispiele für die gelungene Inklusion von Autisten entnimmt. Es gibt auch Kritikpunkte: Während sich der Rezensent auf der einen Seite ein strenges, kürzendes Lektorat gewünscht hätte, vermisst er auf der anderen Seite tiefergehende Ausführungen zu den schweren Fällen geistiger Entwicklungsstörung jenseits der sogenannten Inselbegabung.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…