Aus dem Französischen von
Claudia Kalscheuer. Couto, einst Gitarrist der legendären Band Super Mama Djombo, schlägt sich mehr schlecht als recht in Guinea-Bissau durchs Leben. Da erfährt er eines Morgens vom Tod seiner ersten großen Liebe Dulce, der Sängerin der Band. Aufgewühlt zieht er durch die Straßen, von Bar zu Bar, von Freund zu Freund. Dreißig Jahre Erinnerung ziehen an ihm vorüber: Bilder der Geliebten, triumphale Konzerte rund um die Welt, Tragödien des Befreiungskampfes.
Die Stadt steht unter Hochspannung. Alle erwarten den drohenden Putsch der Generäle. Da beschließen die Musikerkollegen, ein Konzert für die verstorbene Sängerin zu geben. Als sich der Abend über die Stadt legt, scheint sich zunächst niemand an die Hits der ehemals berühmten Band zu erinnern. Bereits hört man die ersten Schüsse. Der Staatsstreich beginnt. Aber auch das Konzert im Chiringuitó …
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2017
Dieser Roman steckt voller Irrwitz und Musikalität, versichert Rezensent Uwe Stolzmann nach der Lektüre von Sylvain Prudhommes "Ein Lied für Dulce". Der französische Schriftsteller erzählt ihm am Beispiel der tatsächlich existierenden afrikanischen Pop-Band Super Mama Djombo eine einfühlsame Geschichte von Treue und Verrat, von Idealen und ihrem "langsamen Tod". Dafür erfindet Prudhomme die Figur des rebellischen Bandmitglieds Couto, der sich in die ebenfalls fiktive Dulce verliebt, erklärt der Kritiker, der hier liest, wie Dulce die Band und ihre Ideale verlässt, um einen General aus der Reihe der von der Band verhassten "Fresssäcke" zu heiraten. Nicht zuletzt bewundert Stolzmann die klang- und bildreiche Sprache dieses ebenso leicht wie melancholisch erzählten Romans, der auch vom "Schmerz des Alterns" und vom "Leid des Exils" handelt.
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