Hans Pleschinski zeigt sich angeregt von Sylvia Krauss-Meyls Biografie über das bewegte Leben der Maria Aurora von Königsmarck. Diese außergewöhnliche Frau gehöre, so der Rezensent, zu "den fulminanten Damen der deutschen Geschichte". Die lebendige Biografie entfalte auf einer breiten Quellengrundlage ein Panorama des höfischen Lebens in der Frühen Neuzeit. Im Vordergrund stehe das Lebensbild einer unkonventionellen Frau, die vor Eleganz "sprühte", Verehrer an allen bedeutenden Höfen besaß, polyglott und emanzipiert war, ohne, wie Pleschinski unterstreicht, eine Feministin gewesen zu sein. Gleichwohl nahm sie sich für ihre Zeit "in verblüffendem Maß das Recht auf ihre eigene Lebensgestaltung heraus". Pleschinski vermutet, dass "wir Heutige das aufreibende Leben der barocken Gräfin wahrscheinlich kaum ein Jahr durchgestanden" hätten. Gestört haben Pleschinski an diesem gelungenem Buch höchstens die "betulichen Aneignungsversuche" der Autorin gegenüber der Protagonistin.
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