Aus dem Englischen und mit einem Nachwort versehen von Jutta Kaußen. Nachdem sie ihrem Leben ein Ende gesetzt hatte, wurde Sylvia Plath fast ausschließlich als Leidende wahrgenommen, als unglücklich Liebende, als verlassene junge Mutter. Doch schon lange bevor ihre Ehe scheiterte und sie ihren berühmten Gedichtzyklus "Ariel" schrieb, hat sie in ihrem Werk mit dem Thema Liebe experimentiert: bald humorvoll, bald traurig, übermütig-kapriziös, sprachspielerisch und witzig so gut wie kühl-analytisch. Ihre Vorstellungskraft ließ sie in Rollen schlüpfen, Situationen durchspielen und Geschichten erzählen. Ihre schönsten Liebesgedichte sind in dieser zweisprachigen Ausgabe versammelt und werden zum Großteil erstmals in deutscher Übersetzung präsentiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2009
Tobias Döring hält zwar sowohl das Liebesgedicht als auch die Lyrikübersetzung grundsätzlich für ein "Ding der Unmöglichkeit", doch ist er von dieser Auswahl von Gedichten Sylvia Plaths dennoch insgesamt sehr angetan. Die von der Übersetzerin Jutta Kaußen kommentierte Auswahl von 38 Gedichten stellt sich nicht zuletzt dem inspirierenden Problem, was ein Liebesgedicht ist oder sein kann, meint der Rezensent, der die Gedichte zwischen Verliebtheitsrausch und "Machtkampf" angesiedelt sieht. Wirklich bedauerlich findet Döring, dass die neue deutsche Übersetzung den "Reimworten, Halbreimen und Assonanzen" des Originals nicht wirklich folgt, dafür spendet er der Übersetzerin großes Lob für die gelungene Übertragung der Rhythmen und sprachlichen Effekte.
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