Raoul Schrott (Hg.)

Die Blüte des nackten Körpers

Liebesgedichte aus dem Alten Ägypten
Cover: Die Blüte des nackten Körpers
Carl Hanser Verlag, München 2010
ISBN 9783446234857
Gebunden, 95 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Übertragen von Raoul Schrott. Mit zahlreichen zweifarbigen Illustrationen. Die Liebeslyrik wurde im Alten Ägypten entdeckt. Raoul Schrott, Kenner der Antike und antiker Sprachen, hat eine Auswahl aus den ägyptischen Quellen zusammengestellt und übersetzt. Die Gedichte der Liebe, die in der Epoche Ramses' des Großen entstanden, waren intim, erotisch ungezwungen und leidenschaftlich religiös. Schrott macht diese Texte endlich wieder zugänglich, in einer ebenso bildhaften wie kraftvollen Sprache. Die Liebesgedichte aus dem Alten Ägypten sind ein weiterer Schritt zu den Ursprüngen der Menschheit und ihrer Poesie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2010

Streng philologisch ist das nicht, was Raoul Schrott hier mit altägyptischer Liebeslyrik anstellt. Das will Niklas Bender uns immerhin mitgeteilt haben, bevor er allerdings das Unterhaltsame an der Lektüre dieser modernen Geschmacksnerven entsprechenden "Nach- und Neudichtung" herausstreicht. Die für altägyptische Kunst charakteristische Rätselhaftigkeit und Strenge jedenfalls begegnet ihm hier nicht, eher noch sinnliche Liebesverse in urbanem Gewand. Schrotts Verständnis der Verse als Ausdruck subjektiven Gefühlslebens muss der Rezensent ja nicht gleich teilen. Für ihn bleiben soziale Normen durchaus spürbar. Auch durch Schrotts Übersetzung der Übersetzungen hindurch. Apropos, warnt Bender, hin und wieder wurde ihm etwas blümerant, wo die Freiheit des Übersetzers Metapher über Metapher setzt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.06.2010

Rezensent Burkhard Müller kann sich trotz der eingestandenen Schönheit der von Raoul Schrott übertragenen und kommentierten altägyptischen Liebeslyrik eines Unbehagens und Misstrauens nicht erwehren. Der Rezensent preist zwar die deutsche Fassung der Gedichte als ein "Kunstwerk der Vergegenwärtigung", die auch heute noch, nach Jahrtausenden, "mühelos verständlich" seien. Doch hätte er schon gern gewusst, wie viel dieser Verse dem heutigen Ohr "selbstherrlich", wenn nicht gar leichtfertig, nähergerückt wurde. Und so bittet er am Ende seiner Kritik Schrott nachdrücklich, die Voraussetzung und Methoden dieser Übertragungen darzulegen - dass der Autor des Altägyptischen nicht mächtig ist und sich also auf die Vorarbeit berufener Forscher stützt, setzt Müller dabei voraus -, um die Zweifel an diesen ohne Frage berückenden Gedichten zu beschwichtigen.

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