Herausgegeben von Regina Nörtemann. Die Dichterin Anna Louisa Karsch (1722-1791) verliebte sich 1761 in den Dichter und Domsekretär zu Halberstadt Johann Wilhelm Ludwig Gleim. Ihm widmete sie ihre bis zum Frühjahr 1762 entstandenen Liebesgedichte, die zum großen Teil bisher unveröffentlicht blieben. Diese Ausgabe präsentiert in synoptischer Darstellung die Handschriftenfassungen und das von Johann Wilhelm Ludwig Gleim zusammen gestellte und redigierte, von Anna Louisa Karsch autorisierte Konvolut dieser Gedichte. Sie dokumentiert nicht nur die Entwicklung des Liebesdiskurses von anakreontischen Tändeleien über leidenschaftliche Ernsthaftigkeit bis hin zu einem empfindsamen Freundschaftsentwurf und die reichhaltigen Facetten einer unerwiderten Liebe, sondern auch den Redaktionsvorgang und die Abwehrstrategien des Adressaten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.01.2010
So handlich der Band ist, so überzeugend findet Rezensentin Hannelore Schlaffer die darin dokumentierte Passion und ihre dichterische Umsetzung. Nicht die (historisch belegte) Liebe selbst ist es, die der Rezensentin schwelgerische Stunden beschert hat, sondern die Vielfalt der Variationen des immergleichen Themas. Und wem Anna Luisa Karschs Liebeslieder gemessen an den Regeln unserer neueren Schreibweise zu ungehobelt sind, dem kann Hannelore Schlaffer die "geglätteten" Fassungen Johann Wilhelm Ludwig Gleims im selben Band empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.08.2009
Jan Wagner verdankt der Herausgabe der Liebesgedichte von Anna Louisa Karsch nicht nur ein Allheilmittel gegen die Liebe, sondern vor allem jede Menge Gedichte, die neben allem "Rokokokokolores" in ihrer Bildsprache und ihrer Entstehungsgeschichte interessant und originell sind. Der Shootingstar der deutschen Rokokoszene sei heute kaum noch bekannt, dabei verhalf der jungen Frau aus einfachen Verhältnissen kein geringerer als Johann Wilhelm Ludwig Gleim zum Erfolg in Berlin. Es entwickelte sich eine Beinah-Liebesgeschichte zwischen den beiden, auf die der Rezensent ausführlich verweist, vor allem auf die redaktionelle Unterstützung Karschs durch Gleim. Wagner attestiert der Herausgeberin Regina Nörtemann Sorgfalt in Kommentierung und Komposition der Gedichte.
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