Aus dem Französischen von Christiane Kayser. Das Zentrum der Welt hat sich nach Nordafrika verlagert. Ägypten, Tunesien, Libyen. Welche anderen Länder werden noch folgen? Das Volk geht auf die Straße und besetzt die Plätze: Kifaya - es reicht! Manchmal solidarisieren sich Polizei und Militär und alles geht ganz schnell, in anderen Fällen wird die Revolte blutig unterdrückt. Diese Länder sind dabei, den Wert von bürgerlichen Freiheiten und der Autonomie des Individuums zu entdecken, erklärt Tahar Ben Jelloun. Es ist wie der Fall einer riesigen Berliner Mauer. Nichts wird mehr sein wie zuvor, weder in der arabischen noch in der westlichen Welt. Nach seinen Bestsellern über den Rassismus und über den Islam wendet sich der marokkanische Autor mit französischem Pass der unmittelbaren Aktualität zu, erklärt die kulturellen und historischen Hintergründe, stellt aber auch ein paar unbequeme Fragen an den Westen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2011
Niklas Bender geht mit Tahar Ben Jelloun hart ins Gericht. Einen Trittbrettfahrer nennt er ihn, einen intellektuellen Opportunisten des alten protektionistischen Systems, der sich probeweise Opferrollen überstülpt und die Revolution erst begrüßt, wenn der Herrscher abgetreten ist und er selbst seine Protektion verloren hat. Nichts gegen Jellouns Verdienste als Autor exzellenter Romane, meint Bender. Doch auf den Aktivisten Jelloun kann die arabische Welt im Umbruch verzichten. Den aufklärerischen Wert des Buches (so erläutert der Autor einem westlichen Publikum z. B. die Bedeutung der Selbstverbrennung) sieht Bender angesichts, wie er findet, fragwürdiger "Höflingsqualitäten" des Autors (gegenüber der marokkanischen Monarchie) schwinden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.04.2011
Christiane Schlötzer reibt sich die Augen. Wie konnten wir die Gesellschaftskritik in den Werken arabischer Autoren so lange übersehen, genau wie die arabischen Despoten? Wenn Tahar Ben Jelloun nun über den arabischen Frühling nachdenkt, seine Unumkehrbarkeit und den Jubel angesichts von Ereignissen, mit denen sein Schreiben kaum Schritt halten kann, wie Schlötzer anmerkt, findet die Rezensentin das "hübsch" zu lesen und wirklichkeitsnah. Zwar hat sie kluge Analysen des Geschehens bereits anderswo lesen können, doch begreift sie Jellouns Einlassungen auch weniger als Ursachenforschung denn als Lobgesang auf die laufende Revolution.
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