Aus dem Arabischen von Regina Karachouli. Nachwort von Hartmut Fähndrich. Nach langer Abwesenheit kehrt der Intellektuelle Muhaimmid in das am Nil gelegene Dorf seiner Kindheit zurück: nach Wadd Hamid, das er während all der Jahre in Khartum in seinem Herzen bewahrt hat und wo er einst begraben sein möchte. Doch er erkennt die Idylle seiner Jugend kaum wieder, alles hat sich verändert. Die Frage, warum er damals auf seine Jugendliebe Mariam verzichtet hat und weggegangen ist, statt sich dem Willen seines Großvaters zu widersetzen, lässt ihn nicht mehr los. Seine Erinnerungen überwältigen ihn und führen ihn bald über die persönliche Vergangenheit hinaus in die Welt der Mythen - in die versunkene Zeit des legendären Herrschers Bandarschah und dessen Enkel Marjud.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001
Mit großen Bedauern darüber, dass dieser 1971 im Original erschienene Roman des Sudanesen Tajjib Salich nicht früher ins Deutsche übersetzt worden ist, bespricht Ludwig Ammann den Roman. Salich habe "einen echten Zeitenwechsel diagnostiziert, die private und politische Reislamisierung". Für die Geschichte eines aus seinem Dorf abgewanderten Aufsteigers gebe es zwei Lesarten: zum einen die, die dicht an der Handlung bleibe, zum anderen die Steigerung der klassischen Historiographie in ein "modernes Gleichnis des Ungewissen". Salich habe sowohl die Gefahren als auch die Verheißungen der Reislamisierung gesehen, und somit bezieht sich Ammanns einzige Kritik auch nicht auf den Roman selbst, sondern auf die deutsche Fassung, der jegliche Erläuterungen zur sudanesischen und arabischen Geschichte, die zum Verständnis des Romans beitragen würden, fehlen.
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