Boualem Sansal

Maghreb - eine kleine Weltgeschichte

Cover: Maghreb - eine kleine Weltgeschichte
Berlin University Press, Berlin 2012
ISBN 9783862800414
Gebunden, 126 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe. Ein Bogen, der sich über vier Jahrtausende und Tausende von Meilen spannt, von den Quellen des Nils bis zu den Kanaren, immer den Berbern, der Urbevölkerung des Maghreb, auf der Spur. Und zugleich auf der Suche nach Neuorientierung für jene Region, in der der arabische Frühling seine ersten Jasminblüten trieb, und in der heute mehr denn je die Frage im Raum steht: Wer bin ich, will ich mich nicht länger nur als Araber und Muslim definieren? Schicht für Schicht legt Boualem Sansal unter dem modernen Algerien den historischen Maghreb, das antike Numidien, das pharaonische Ägypten frei. Boualem Sansal gewährt uns Einblick in eine mitunter so fremde wie fremdbestimmte Geschichte - die doch ebenso sehr die Geschichte Europas wie jene des Maghreb ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.03.2013

Joseph Hanimann freut sich nicht nur, dass mit "Maghreb - eine kleine Weltgeschichte" ein neues Buch von Boualem Sansal vorliegt, sondern auch, dass der algerische Autor darin zu alter Größe und seiner Kunst, mit "schnalzendem Plauderton" von Sternstunden und Katastrophen zu erzählen, zurückkehrt. Der Kritiker liest hier die Jahrtausende währende Geschichte des nordafrikanischen Volkes der Berber, die Sansal gelehrt und weltoffen anhand von drei Stationen - Ägypten, Numidien und Algerien - erzähle. Und so erfährt Hanimann etwa, wie sich die Berber zunächst an den Rändern der Pharaonenstadt Theben ansiedelten,  weiter nach Westen in die Wüste getrieben wurden und in den verschiedenen Epochen die Zeit der Wanderschaft, der spätrömischen Dichter Terenz und Apuleius, die Zeit der Imame, der Korsaren oder den großen Umbruch erlebten. Dabei erzähle Sansal in diesem so kunstvoll zwischen Essay, Erzählung und Selbstgespräch oszillierenden Buch mit Spitzbübigkeit und von "Witz durchtränkter Melancholie", so der verzauberte Kritiker, der auch die Arbeit der Übersetzerin mit viel Lob bedenkt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.02.2013

Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal findet es tragisch, wenn ein Mensch seine Geschichte nicht von Anfang bis Ende kennt, weil wir unsere eigene Identität nicht begreifen können, ohne einen gründlichen Blick in die Vergangenheit zu werfen, erklärt Najem Wali. Genau diesen gründlichen Blick in die eigene Vergangenheit hat Sansal in seinem Essay "Maghreb - eine kleine Weltgeschichte" gewagt, berichtet der Rezensent und findet: er hat ihn fantasievoll und spannend gestaltet. Schon der Titel deute an, dass die Geschichte des Maghreb kaum auf ein paar wenige Länder in Nordafrika einzugrenzen ist, zumal sich die Grenzen selbst ständig verschoben haben. Das Gebiet der Berber wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder anderen Regionen oder Herrschaftsgebieten zugeordnet: Mauretanien, Libyen, Numidien, Rom, Afrika, Mazghana, Frankreich, Großer Arabischer Maghreb. Was Sansal offen legen will, ist die "inzestuöse Dialektik", die Geschichte und Geschichten ineinander schlagen lässt und die dieses merkwürdige Gebilde hervorbringen, "das wir Gegenwart nennen", umschreibt der Rezensent.

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