Kinder sind kein Thema für Andrea. Sie hat einen Job, der okay ist. Sie führt seit vielen Jahren eine Beziehung mit Georg, die okay ist. Jedes Jahr verbringen sie einen netten Urlaub in Jesolo. Was die Zukunft betrifft, will Andrea sich nicht festlegen, aber Georg will ein Fundament für ein gemeinsames Leben. Aus dem Dilemma scheint es keinen Ausweg zu geben. Als sie aus dem gemeinsamen Urlaub zurückkommen, ändert sich alles - Andrea ist schwanger. Hin- und hergerissen entscheidet sie sich für das Kind - und geht damit einen Kompromiss nach dem anderen ein: Sie nimmt einen Kredit auf, obwohl sie nie einen Kredit aufnehmen wollte; sie zieht ins Haus ihrer Schwiegereltern, obwohl sie nie mit ihnen unter einem Dach leben wollte. Von allen Seiten prasseln Ratschläge auf Andrea nieder, und sie wird in eine Mutterrolle gedrängt, mit der sie sich nicht identifizieren kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2019
Tanja Raichs Geschichte einer sterbenden Beziehung haut Rezensentin Wiebke Porombka nicht um. So dröge wie die geschilderte Partnerschaft scheint der Rezensentin auch die Erzählweise. Dass die Autorin die Frage nach einem gelungenen weiblichen Lebensentwurf nur anreißt und das Nachdenken über Selbstbestimmung dem Leser überlässt, findet sie schade. Die der Protagonistin abgehende Leidenschaft fehlt auch der Erzählung, lässt Porombka wissen.
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