Eine starke Frau, zwei Männer, eine Schwangerschaft und die große Oper - in ihrem neuen Roman erzählt Andrea Grill von einer Sängerin zwischen Kind und Kunst. Die 39-jährige Sängerin Iris Schiffer ist zielstrebig, selbstbewusst und auf gutem Karriereweg. Demnächst gibt sie als Cherubino in Mozarts Oper "Hochzeit des Figaro" ihr Debüt an der Met, und unverhofft wird ihr eine Hauptrolle bei den Salzburger Festspielen angeboten. Aber die schönste Nachricht ist ihre Schwangerschaft, von der Iris zunächst weder den beiden in Frage kommenden Vätern noch ihrer Agentin etwas verrät, zumal die Premiere in Salzburg und der Tag der Geburt nah beieinander liegen. Andrea Grill erzählt von einer souverän handelnden Frau, die erst allmählich bereit ist, ihre Schwangerschaft anzunehmen. Von den Männern nimmt sie, was sie braucht. Denn das, was zählt, sind sie und ihr Kind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2019
Rezensent Anton Thuswaldner zerlegt Andrea Grills für die Longlist nominierten Roman genüsslich in seine Einzelteile. Die Story um eine 39jährige Opernsängerin, die, plötzlich schwanger, zwischen zwei Männern steht, erscheint ihm derart kitschig, als wäre sie "von Frau Pilcher erdacht". Mehr noch: Die en detail beschriebenen medizinischen Abläufe der Schwangerschaft ermüden den Kritiker bald, "flache" Figuren und "banale" Dialoge tragen ebenfalls nicht zu seiner Laune bei. Und wenn der Rezensent dann noch feststellen muss, dass die Autorin selbst dem Milieu der Oper die Kunst austreibt, bleibt ihm nur noch zu sagen: Ein "schlechter" Roman.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.07.2019
Rezensentin Irene Binal liest Andrea Grills Gesellschaftsroman mit Mühen und Freude. Wie die Autorin die Probleme einer modernen Frau - die ein Ikeabett aufbauen kann (!) und hochschwanger Mozartopern singt - zwischen Unabhängigkeit und Liebesverlangen auslotet, mal lakonisch, mal fein gedrechselt, immer ausdrucksstark, so Binal, scheint der Rezensentin bemerkenswert, wenngleich anfangs etwas schwerfällig zu lesen. Das Buch kommt in Fahrt, versichert Binal, nicht unbedingt auf Handlungsebene, aber durch genaue Beobachtungen und Schilderungen.
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