Aus dem Englischen von Irmela Erckenbrecht mit einem Nachwort von Verena Roßbacher. Rosamunde macht sich nicht viel aus der Liebe. Die wohl einzige Jungfrau im London der Swinging Sixties hätte zwar mehr als genug Gelegenheiten für heiße Affären, sitzt aber lieber über den Büchern. Und ausgerechnet sie wird nach einem mäßigen One-Night-Stand schwanger. Im ersten Schreck versucht sie die Angelegenheit mit Gin und einem heißen Bad zu beenden. Doch alles geht schief, und der Abend endet in einem großen Besäufnis. Rosamunde schafft es nicht, sich gegen das Kind zu entscheiden. Na gut, dann zieht sie es eben allein auf. Auch wenn das Leben als ledige Mutter wohl nicht einfach werden wird. Nicht in ihren kühnsten Träumen hätte sie für möglich gehalten, sich so rückhaltlos in ihre kleine Tochter zu verlieben. Als diese lebensbedrohlich erkrankt, lernt die eher hasenfüßige Rosamunde sich von einer komplett anderen Seite kennen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 31.05.2024
Rezensentin Manuela Reichart macht mit Margaret Drabbles Roman über eine alleinerziehende Mutter im London der sechziger Jahre, eine "spannende Wiederentdeckung". Erhellend und schockierend erscheinen ihr etwa Drabbles ungeschönte Schilderungen des brutalen englischen Gesundheitssystems mit all seiner Klassenungerechtigkeit, lesen wir. Spannend sind auch die überraschend aktuellen Fragen, welche die Autoren in ihrem Roman stellt: Fragen etwa über Mutterschaft, darüber wie man ein Kind aufziehen kann, ohne sich selbst immer wider hintanzustellen. Berührend und unterhaltsam ist aber auch die Geschichte selbst - über eine junge, aufstrebende Literaturwissenschaftlerin, die bei einem One-Night-Stand ungewollt schwanger wird, das Kind bekommt, eine ungeahnte Liebe zu diesem Kind und zugleich eine ungeahnte Kraft entwickelt , so die bewegte Rezensentin.
Margaret Drabbles Buch ist eine tolle Wiederentdeckung, findet Rezensentin Bettina Baltschev. Und zwar, weil dieses Buch über Mutterschaft, das ursprünglich 1965 erschienen ist, damals seiner Zeit voraus war und heute immer noch aktuell ist. Im Zentrum steht Rosamund, eine junge Frau, die, lernen wir, alles andere als ein Party-Girl und insbesondere allem Sexuellen gegenüber abgeneigt ist. Dennoch schläft sie eines Tages mit einem Mann, wird schwanger und geht im Anschluss, wie Baltschev es darstellt, durchaus selbstbewusst ihren Weg. Die Rezensentin zieht Vergleiche unter anderem zu Anita Brookner und freut sich, wie modern hier das Thema Mutterschaft verhandelt wird; irritiert ist sie lediglich davon, dass Rosamund dem Vater des Kindes nichts von der Schwangerschaft erzählt. Das alles ist außerdem frei von Sentiment und geprägt von britischem Humor, rührt aber dennoch an den schweren Fragen, die mit dem Thema verbunden sind, freut sich die Rezensentin.
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