Aus dem Amerikanischen von Sandra Knuffinke und Jessika Komina. Was zählt im Leben des 15-jährigen Amadou, sind die Kakaoschoten, die er jeden Tag abhackt. Je mehr es sind, desto größer ist die Chance, den Schlägen der Bosse zu entgehen und sich und seinen kleinen Bruder am Leben zu halten. Dem 8-jährigen Seydou fehlt es noch an Kraft und Geschick, also schuftet Amadou für zwei. Jahre sind vergangen, seit sie den Hof des Großvaters in Mali verlassen haben, um weit weg an der Elfenbeinküste Geld für die Familie zu verdienen, nicht ahnend, dass sie dort als Zwangsarbeiter festgehalten würden. Mit jedem Tag schwindet Amadous Hoffnung, je wieder frei zu sein. Dann wird zum ersten Mal ein Mädchen ins Lager gebracht. Khadija ist wild und widerständig und weckt Amadous alten Kampfgeist. Als auch sie die ganze Härte der Bosse erfährt und Seydou Undenkbares widerfährt, planen die drei ihre Flucht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.01.2026
Rezensentin Christina Lopinski lernt mit dem bereits 2016 im Original erschienenen Jugendbuch von Tara Sullivan eine ganze Menge, und Schokolade kauft sie jetzt noch etwas bewusster. Die auf einer Kakaoplantage an der Elfenbeinküste spielende Geschichte über zwei Brüder, die dort als Kinderarbeiter ausgebeutet werden, transportiert laut Lopinski Erkenntnisse über Herkunft, Freundschaft und Liebe und wie sich das Richtige tun lässt. Was zunächst als klassische Story über Unterdrückung, Gewalt und Ohnmacht beginnt, spitzt sich zu und wird laut Lopinski "erschreckend" lebendig, weil der Leser den Protagonisten sehr nah kommt, wie sie findet. Weiterhin hochaktuell und berührend, meint sie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 05.09.2025
Rezensentin Dina Netz wird nach der Lektüre von Tara Sullivans neuem Jugendroman zwei Mal mehr nachdenken, bevor sie im Supermarkt nach einer Tafel Schokolade greift. Mit einer Anschaulichkeit und Unmittelbarkeit, die berühren und schockieren erzählt die Autorin hier von den teils menschenunwürdigen Bedingen, unter denen auch Kinder und Jugendliche wie die Protagonisten dieses Romans auf Kakao-Plantagen arbeiten. "Kaum auszuhalten" sind für die Rezensentin die Schilderungen der Brutalität, mit der die Brüder Amadou und Seydou hier bestraft werden, wenn sie ihren Tagessoll nicht schaffen. Angesichts dieses Ausmaßes an Gewalt und eines gescheiterten Fluchtversuchs ergeben sich die Brüder apathisch ihrem Schicksal, bis ein Mädchen auf der Plantage auftaucht. Mit Khadja gelingt ihnen schließlich die Flucht, von der Sullivan packend zu erzählen weiß. Somit endet "The Bitter Side of Sweet" mit einer hoffnungsvollen Aussicht, und verschweigt dennoch nicht die traumatischen Folgen einer solchen Erfahrung, so die erschütterte Rezensentin.
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