Susanna Kahlefeld stellt einen Autor vor, der innerhalb der muslimischen Gemeinschaften in Europa längst bekannt ist: Tariq Ramadan, der an der Schweizer Universität von Fribourg Islamwissenschaften lehrt und eine Art Startheologe der französischsprachigen Muslimgemeinden ist. Ramadan schreibt für seine eigene Generation, sagt Kahlefeld: für die Kinder und Enkelkinder der Einwanderer, die ihre Kultur nicht mehr über ihre Herkunftsländer definieren können. Statt dessen sollen sie, empfiehlt ihnen Ramadan, die Religions- und Rechtssicherheit ihrer neuen Heimatländer nutzen, um dort ihren Glauben sozial und spirituell zu leben. Ramadan beklage ausdrücklich das mangelnde politische und soziale Engagement von Muslimen in Europa, so die Rezensentin. Sie hebt Ramadans Vorgehensweise hervor: seine historische Argumentation, die Arbeit am Text und die Analyse der juristischen Begriffe des Korans und der Scharia. Kahlefeld vergleicht den Islamwissenschaftler mit einem südamerikanischen "Befreiungs"-Theologen. Ramadans Interpretation beinhalte eine Kampfansage an die fundamentalistischen Autoritäten, selbst wenn ein gewisser konservativer Subtext, meint Kahlefeld, nicht von der Hand zu weisen sei.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…