Susanna Kahlefeld stellt einen Autor vor, der innerhalb der muslimischen Gemeinschaften in Europa längst bekannt ist: Tariq Ramadan, der an der Schweizer Universität von Fribourg Islamwissenschaften lehrt und eine Art Startheologe der französischsprachigen Muslimgemeinden ist. Ramadan schreibt für seine eigene Generation, sagt Kahlefeld: für die Kinder und Enkelkinder der Einwanderer, die ihre Kultur nicht mehr über ihre Herkunftsländer definieren können. Statt dessen sollen sie, empfiehlt ihnen Ramadan, die Religions- und Rechtssicherheit ihrer neuen Heimatländer nutzen, um dort ihren Glauben sozial und spirituell zu leben. Ramadan beklage ausdrücklich das mangelnde politische und soziale Engagement von Muslimen in Europa, so die Rezensentin. Sie hebt Ramadans Vorgehensweise hervor: seine historische Argumentation, die Arbeit am Text und die Analyse der juristischen Begriffe des Korans und der Scharia. Kahlefeld vergleicht den Islamwissenschaftler mit einem südamerikanischen "Befreiungs"-Theologen. Ramadans Interpretation beinhalte eine Kampfansage an die fundamentalistischen Autoritäten, selbst wenn ein gewisser konservativer Subtext, meint Kahlefeld, nicht von der Hand zu weisen sei.
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