Aus dem Englischen von Hainer Kober. Hoffnung ist mehr als bloßer Optimismus oder Wunschdenken. Sie steht für ein philosophisches Konzept. Terry Eagleton bringt den Begriff zurück in den Diskurs - leidenschaftlich und brillant.
Zu erwarten, eine schlechte Situation würde sich ins Gute verkehren, ist schlicht irrational. Nach drei Tagen Dauerregen kann man nicht davon ausgehen, dass am vierten Tag die Sonne scheint, hoffen kann man es sehr wohl. Denn bloßer Optimismus ist banal, Hoffnung dagegen erfordert Reflexion und klares, rationales Denken. Und hält immer auch die Möglichkeit des Scheiterns bereit. Hoffnung ist tragisch und zugleich eine permanente Revolution gegen Selbstzufriedenheit und Verzweiflung.
Klug, geistreich und virtuos widmet sich Terry Eagleton dem Konzept Hoffnung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2016
So richtig hoffnungsfroh will Rezensent Gerd Schrader nicht werden mit Terry Eagletons Untersuchung. Was der englische Literaturwissenschaftler mit ausgeprägtem Hang zu christlichen Tugenden über den Begriff der Hoffnung zu sagen hat, findet Schrader gelehrt, aber auch manchmal ermüdend abschweifend. Eagletons Exkurse führen den Rezensenten durch die Philosophie, Literatur und Theologie, von Aristoteles bis zu Kafka und Brecht und speziell Bloch, an dem sich der Autor polemisch abarbeitet. Pointiert und auch witzig findet Schrader das Buch, doch allzu dunkel, wenn es um die wahre Natur der Hoffnung geht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2016
Terry Eagletons Einlassungen zur Hoffnung lassen Uwe Justus Wenzel zufolge die gute alte Scharfzüngigkeit des Autors nicht vermissen. Hier jedoch experimentell schweifend, kommt Eagleton nicht recht dazu, sich zu entscheiden zwischen Optimismus und Pessimismus, meint Wenzel auch. Den Optimismus attackiert er sogar mit Lust und mit Sarkasmus, meint er. Eagletons Interesse gelte dabei den Toten, den Opfern der Fortschrittsgeschichte. Und hier sei der Autor gern Marxist. Aber auch Benjamins politisch-theologischem Denken könne Eagleton etwas abgewinnen und hoffe auf eine Geschichte, die die Toten nicht vergesse. Dass der Autor am Ende den Zufall zum Grund der Hoffnung erhebt, offenbart laut Wenzel die interessante Unschlüssigkeit des ganzen Buches.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…