Mit 105 Abbildungen. Thalia Gigerenzer hat fünf ostdeutsche Heimatmuseen in Eisenhüttenstadt, Müllrose, Wittenberge, Wittstock und Berlin-Marzahn und ihre Ausstellungen zur DDR untersucht. Entstanden ist eine Momentaufnahme von der Vielfalt der Erinnerung an die DDR, gut 20 Jahre nach dem Fall der Mauer. Nach der Wende sahen sich die Heimatmuseen in Ostdeutschland von heute auf morgen mit der Frage konfrontiert: Wie erinnert man an ein Land, das es nicht mehr gibt? Wie bildet man im Nachhinein die kollektive Erinnerung an eine Zeit, in deren offizieller Geschichte persönliche und alltägliche Erfahrungen keinen Platz hatten? Anders als in den großen Museen fand der oft schmerzhafte Prozess des Erinnerns in diesen kleinen Museen aktiv auf einer lokalen und persönlichen Ebene statt. Mit verschiedenen Ausstellungsformen experimentierend, wurden sie zu Gedächtnislaboren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2013
Höchst interessant findet Rezensentin Regina Mönch den Versuch der Historikerin Thalia Gigerenzer, der Erinnerungskultur in den Heimatmuseen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR auf die Spur zu kommen. Für ihre Studie besuchte die Autorin 2008 und wiederum 2013 acht Museen und stellt fest: Es handelt sich um "Gedächtnislabore", in denen mittels Ausstellung von Alltagskultur an einer kollektiven Erinnerung, ja einem Heimatgefühl jenseits staatlicher Gedenkkonzepte gearbeitet wird. Dass die Autorin die unterschiedlichen Vorgehensweisen der Museen unkommentiert lässt, geht für Mönch in Ordnung. Der Befund der Studie, wonach eine überkommene Symbolik langsam einer Mischung aus sozialistischem und regionalem Heimatbegriff weicht, scheint ihr ein nachvollziehbarer, wenngleich vorläufiger zu sein.
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