Volker Koop

Besetzt

Französische Besatzungspolitik in Deutschland
Cover: Besetzt
be.bra Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783898090643
Gebunden, 352 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

In der alten Bundesrepublik war es wenig opportun, sich mit der Besatzungspolitik der Westalliierten zu befassen. Die Auseinandersetzung mit diesem Aspekt deutscher Nachkriegsgeschichte war auf die Sowjetische Besatzungszone fixiert. Richtung Westen betonte man die Freundschaft zu den neuen Bündnispartnern. Volker Koop entwirft erstmals ein differenziertes Bild alliierter Besatzungspolitik, beginnend mit der französischen Zone im Südwesten sowie in Berlin. Er schildert den Einmarsch ihrer Truppen, den Umgang mit Kriegsgefangenen, die Demontagen, aber auch den Sonderweg dauerhaft dem eigenen Staatsgebiet zuzuschlagen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.06.2006

Volker Koops Studie zur französischen Besatzungspolitik in Deutschland nach 1945 hat zwar mitunter durchaus den Charakter einer Abrechnung, ist aber alles in allem trotzdem überzeugend, findet Cornelius Wüllenkemper. Koop dokumentiert sowohl die Versuche Frankreichs, durch extreme Reparationsforderungen, industrielle Demontage und die Aufteilung Deutschlands in winzige Verwaltungseinheiten den einstigen Gegner klein zu halten, als auch das brutale Vorgehen der Besatzungssoldaten gegenüber der Zivilbevölkerung. Das Buch macht nicht nur die französische Deutschlandpolitik der Nachkriegszeit nachvollziehbar, sondern zeigt auch deutlich, wie sehr die deutsche Bevölkerung entgegen gängiger Meinung nicht nur unter der sowjetischen, sondern eben auch unter der französischen Besatzung zu leiden hatte, schließt Wüllenkemper eingenommen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2005

Als "recht schonungslos" bewertet Rezensent Herbert Elzer diese Arbeit über Frankreichs Besatzungspolitik in Deutschland 1945 bis 1949, die Volker Koops hier vorgelegt hat. Der Autor schildere eingehend das nicht gerade zimperliche Vorgehen der französischen Besatzer, berichte etwa von Massenvergewaltigungen, Plünderungen und einer extrem schlechten Behandlung deutscher Kriegsgefangener. Zu Recht erinnere Koop an die zuvor von Deutschen begangenen Schandtaten in Frankreich, hält Elzer fest, meine aber, das eine zuzugestehen, bedeute nicht, über das andere den Mantel des Schweigens breiten zu müssen. Dass Koop die Leistungen der Franzosen für die Demokratisierung und Entnazifizierung weitgehend übergeht, findet Elzer nicht ganz in Ordnung. Insgesamt hält er dem Autor einen Mangel an Souveränität vor, die nur aus breiter Kenntnis der veröffentlichten Quellen und der umfangreichen Literatur zu gewinnen sei. "Dennoch beschreibt diese Monografie unverblümt, was sonst artig verbrämt wird", resümiert der Rezensent. "Die Stunde der deutsch-französischen Freundschaft war 1945 noch nicht gekommen."

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