Neu übersetzt und mit einem Vorwort versehen von Kurt Steinmann. In 30 Skizzen typologisiert Theophrast (372?287 v.Chr.) den menschlichen Charakter. Die Schrift war in der Antike so beliebt, daß man sie als das "Goldene Büchlein" bezeichnete, und sie war Vorbild für ähnliche Charakterdarstellungen bis in unsere Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2001
Für "lx" hat das Renaissance-Verdikt über dieses Buch noch Gültigkeit: Was einst als "Goldenes Büchlein der Antike" gehandelt wurde, erscheint dem Rezensenten noch immer als anthropologisches Vademekum, auch wenn die Beweggründe menschlichen Handelns andere geworden sind, wie er ganz richtig vermutet. Außer für das "informative Vorwort" der Neuübersetzung kann sich "lx" vor allem für die Nüchternheit der Theophrastschen Charakterskizzen erwärmen. Der in Überschriften wie "Der Schwafler" oder "Der Knickrige" enthaltene Fingerzeig auf eine verborgene Komik dagegen lässt ihn eher kalt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2000
Vom griechischen Denker und Aristoteles-Schüler Theophrast ist nur ein einziges Werk vollständig überliefert, in dem er dreißig männliche "Charaktere" aufspießt, darunter den Gerüchtemacher, den Schmeichler und den Verlogenen. Kurt Oesterle expliziert in seiner Besprechung der neuen Übersetzung von Kurt Steinmann den immer gleichen formalen Aufbau der Skizzen, verweist auf die Wirkungsgeschichte des "goldenen Büchleins", auf Canetti als späten Nachfolger Theophrasts und empfiehlt die Lektüre wegen ihrer "Qualität" und der "Unveränderlichkeit menschlicher Wesensart". Weder erfährt der Leser, was die Übersetzung von anderen unterscheidet, noch was im Vorwort des Übersetzers steht. Statt dessen bezeichnet Oesterle den "grimmigen Humor" Theophrasts abschließend als "Ironie". Da hat er was verwechselt.
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