Schöne neue Welt. Der Siegeszug der Demokratie ist unaufhaltsam. Die Zitadellen der Tyrannen wanken, die Mauern der Autokraten bersten. Zwischen Kapstadt und Singapur, Teheran und Wladiwostok: Kein Land, vielleicht nicht einmal in China, scheint dem gewaltlosen Versprechen der Freiheit und dem Recht auf Menschenrechte auf Dauer widerstehen zu können. Rechtsstaat und Demokratie, die Filme Hollywoods und die Semiotik des Pop bilden die weltweit verstandene Universalsprache einer mit sich versöhnten Menschheit. Es ist Frieden. Ewiger Frieden. Doch ist das wirklich die Wirklichkeit?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.06.2000
Der Band suche und untersuche, auf den ersten Blick recht optimistisch, Demokratisierungsprozesse in aller Welt, berichtet der Rezensent mit dem Kürzel rox.. Der Optimismus aber weiche schnell "dunkelsten Schatten" und selbst der einstige Enthusiast des Fortschritts der westlichen Zivilisation Francis Fukuyama, der als einziger Beiträger des Sammelbandes gesondert erwähnt wird, sei inzwischen recht skeptisch geworden.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Ulf Poschardt: Bückbürgertum Gefährlicher als die Shitbürger sind die Bückbürger. Jene Konservativen und Liberalen, CEOs und Manager, Bischöfe und Intellektuelle, Kanzlerinnen und Kanzler die - wider…