Thomas Blubacher

Weimar unter Palmen - Pacific Palisades

Die Erfindung Hollywoods und das Erbe des Exils
Cover: Weimar unter Palmen - Pacific Palisades
Piper Verlag, München 2022
ISBN 9783492072076
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Wo man ab 1911 im modernsten Filmstudio Amerikas Western drehte und 1922 das größte christliche Zentrum der Welt errichten wollte, versammelten sich nach 1933 emigrierte KünstlerInnen und Intellektuelle wie Thomas Mann, Vicki Baum und Lion Feuchtwanger. Sie machten Pacific Palisades zu einem "Weimar unter Palmen". Dieses Buch erzählt die dort bis heute lebendige Geschichte des deutschsprachigen Exils, entwirft ein farbenfrohes Sittengemälde Hollywoods und nimmt uns mit auf eine Reise zu diesem besonderen Ort. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2022

Wie viele Exilanten aus Nazi-Deutschland in Kalifornien lebten, hat Rezensent Bert Rebhandl erst durch den Schweizer Theatermacher Thomas Blubacher erfahren - und dafür bekommt er vom Rezensenten ein dickes Lob. Gleichzeitig schränkt Rebhandl ein: Der Untertitel sei irreführend, denn Hollywood bleibe in dem Buch eine Randnotiz. Trotzdem habe der ehemalige Stipendiat der Villa Aurora - in die sich der Schriftsteller Lion Feuchtwanger und seine Frau Marta aus Deutschland geflüchtet hatten - eine "kurzweilige" Geschichte eben nicht nur über prominente Exilierte geschrieben, sondern auch an vergessene wie Eric Braeden oder Martin Kosleck erinnert, die dort auf eine Lebensart trafen, die ihnen völlig fremd war. Schon allein die Zusammenstellung persönlicher Erinnerungen mit der Lokalhistorie von Pacific Palisades hat für Rebhandl einen überraschend hohen Mehrwert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.12.2022

Rezensent Oliver Pfohlmann lässt sich gerne von Thomas Blubacher ins Pacific Palasides der frühen 1940 Jahre entführen. Der Stadtteil von Los Angeles, der damals neben dem französischen Sanary-sur-Mer das wichtigste Zentrum des deutschen Exil war, wird von dem Theaterregisseur "schillernd" porträtiert, so Pfohlmann: als Ort, in dem sich während des Krieges, aber auch schon davor viele deutsche Kulturschaffende tummelten - etwa Thomas Mann, Marlene Dietrich, Marta Feuchtwanger oder Friedrich Wilhelm Murnau -, und der von vielen bewundert, von Brecht zum Beispiel aber auch verachtet wurde, weiß Pfohlmann. Dabei schätzt der Kritiker, dass Blubacher auch abseits der großen Namen an weniger bekannte Zuwanderer erinnert, die beruflich in den USA scheiterten, und einzelne biografische Ausschnitte liest er auch mit Gewinn - so etwa die Passagen über die anti-elitäre Schauspielerin Salka Viertel, die Thomas Mann genauso wie ärmere Leute zu sich einlud und Wurstsuppe servierte.

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