In sechs Abteilungen finden sich hier Verse zu den ewigen Themen aller Dichtung ebenso wie zu sehr zeitgenössischen und, ja, privaten Sujets. Von der Liebe, dem Rausch, persönlichen Nöten ist eingangs die Rede; mit Spiel und Sport und ausgelassener Heiterkeit schließt die Sammlung noch lange nicht. Am besonnten Ende kulminiert der Band in der moralgesättigten, von den Zeichnern Greser&Lenz reich ins Bild gesetzten Moritat "Der arme Mann", ein exemplarischer Lebenslauf, wie ihn nur ein Angehöriger der Generation Reim als neuen Typus der Gesellschaft wahrnehmen konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2004
Andreas Rosenfelder vermisst die Originalität in Thomas Gsellas Gedichtband "Generation Reim". Zwar lobt er, dass der "begabte Reimer" Gsella den ironischen Tonfall "zur Perfektion gebracht" habe und die "Freibeuterkunst der literarischen Parodie" meisterlich beherrsche. Aber von diesem Lob macht Rosenfelder deutliche Abstriche: Er bemängelt , dass viele Parodien nach "Schema F" ablaufen und dadurch schnell an "Reiz" verlieren. Und vor allem stört den Rezensenten, dass sich Gsella nicht zu "einem eigenen Tonfall" zu erheben vermag. Nach Ansicht Rosenfelders hätte Gsella, der bereits ein Buch namens "So werde ich Heribert Faßbender " veröffentlicht hat , auch seinen Gedichtband besser "So werde ich Gottfried Benn", beziehungsweise "So werde ich Robert Gernhardt" benennen sollen. Auch "immer neue Scherzreime über Durs Grünbein" können - so Rosenfelder - nicht darüber hinwegtäuschen, das Thomas Gsella erst noch zu zeigen habe, "wie man Thomas Gsella wird".
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