Das Buch betrachtet den Austrofaschismus aus einer identitäts- und kulturgeschichtlichen Perspektive. Dabei beschäftigt es sich mit der dahinterstehenden Ideologie, die zur Konstruktion einer spezifischen österreichischen Identität diente, und analysiert die Versuche, die Ideologie auch in den Köpfen der Bevölkerung zu verankern. Zugleich thematisiert das Buch aber auch die Widersprüche des politischen Systems und sein partielles Scheitern. Es deckt die Wurzeln des Austrofaschismus in der demokratischen Zwischenkriegszeit auf und fragt schließlich nach seinen Auswirkungen auf die Zweite Republik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2025
Rezensent Stephan Löwenstein lässt sich gerne vom Historiker Thomas Hellmuth die Wurzeln und Ausprägungen des "Austrofaschismus" auseinandersetzen. Der Autor macht das laut Rezensent kenntnisreich, quellenstark, anschaulich und abgesehen von Löwenstein nervenden Generdoppelpunkten auch gut lesbar. Unter anderem rügt Hellmuth die Darstellung der österreichischen politischen Verhältnisse in Zweigs "Schachnovelle" (weil hier der Eindruck entstehe, das Ende der Demokratie sei erst mit dem "Anschluss" durch Deutschland zu Grunde gegangen und nicht schon viel früher), vergleicht rechte europäische Diktaturen der Zwischenkriegszeit und zeigt, wie verzopft das Konstrukt des "Ständestaats" war. Der breite ideengeschichtliche Ansatz des Buches sagt dem Rezensenten zu. Aktuell ist der Band natürlich auch, gibt er zu bedenken.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…