Das Buch betrachtet den Austrofaschismus aus einer identitäts- und kulturgeschichtlichen Perspektive. Dabei beschäftigt es sich mit der dahinterstehenden Ideologie, die zur Konstruktion einer spezifischen österreichischen Identität diente, und analysiert die Versuche, die Ideologie auch in den Köpfen der Bevölkerung zu verankern. Zugleich thematisiert das Buch aber auch die Widersprüche des politischen Systems und sein partielles Scheitern. Es deckt die Wurzeln des Austrofaschismus in der demokratischen Zwischenkriegszeit auf und fragt schließlich nach seinen Auswirkungen auf die Zweite Republik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2025
Rezensent Stephan Löwenstein lässt sich gerne vom Historiker Thomas Hellmuth die Wurzeln und Ausprägungen des "Austrofaschismus" auseinandersetzen. Der Autor macht das laut Rezensent kenntnisreich, quellenstark, anschaulich und abgesehen von Löwenstein nervenden Generdoppelpunkten auch gut lesbar. Unter anderem rügt Hellmuth die Darstellung der österreichischen politischen Verhältnisse in Zweigs "Schachnovelle" (weil hier der Eindruck entstehe, das Ende der Demokratie sei erst mit dem "Anschluss" durch Deutschland zu Grunde gegangen und nicht schon viel früher), vergleicht rechte europäische Diktaturen der Zwischenkriegszeit und zeigt, wie verzopft das Konstrukt des "Ständestaats" war. Der breite ideengeschichtliche Ansatz des Buches sagt dem Rezensenten zu. Aktuell ist der Band natürlich auch, gibt er zu bedenken.
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