Thomas Kapielski

Lebendmasse

Acht längere Unterredungen
Cover: Lebendmasse
Suhrkamp Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783518128053
Kartoniert, 464 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Dieses Buch handelt von: Verkanntentreffen, Katapulten, verpasster Friedhofsgärtnerei; vom Merve Verlag, Maas Verlag, Müll; vom Mann meines Alters, Zille-Zwiebeln, Lotto-Hoffnung, SO36; von Trümmergrau, Polen, Baudrillard, Virilio, Tangerine Dream; von Stammtischen, Gottesbeweisen, Post, Frieder Butzmann; frischen Hemden, Kohlenberta und Lichtgeschwindigkeit; von DJ Erwin, Foucault, Hartfaser und Klogriffen, von der Galerie Petersen und der Galerie Frei, vom Museum of Modern Art; von Daphne, Pferdeschwanz, Raumung, Sünde und Buße, von Gesamtluftwerk und Ehrengrab.In acht abendfüllenden Sitzungen hat Thomas Kapielski darüber erzählt und seine schiere Lebendmasse als Autobiografie in Gesprächsform auf die zeitgeschichtliche Waage gewuchtet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2023

Wer Thomas Kapielski noch nicht kennt, sollte das nachholen, findet Rezensent Jürgen Kaube, und diese Sammlung von acht Texten in Gesprächsform scheint nicht der schlechteste Einstieg zu sein. Zumindest schreibt Kaube durchaus angeregt über das bunte Allerlei aus Lebensweisheiten, Wortspielen, Alltagsimpressionen und Kunstbetrachtungen, das Kapielskis Prosa ausbreitet. Kapielski schimpft gern, erfahren wir, aber die Wutrede ist nicht seins, lieber parliert er ungezwungen über diverse Zu- und Abneigungen und außerdem noch über Autobiografisches. Das alles setzt sich außerdem zu einem Berlinporträt der 1970er bis 1990er zusammen, wobei der Autor laut Kaube mit den vor allem linken politischen Wirren der Zeit wenig anfangen kann und lieber in der Kneipe sitzt. Den Wandel der Zeiten oder auch der Medienwelten bekommt Kapielski oft hervorragend zu fassen, findet Kaube, der von der heiteren Melancholie, die das alles durchzieht, doch ziemlich angetan ist.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 22.09.2023

Rezensentin Ulrich Rüdenauer muss Thomas Kapielski nicht in die Verästelungen jeder Corona-Kritik folgen, um zu verstehen: Hier hat sich einer das Sich-um-Kopf-und-Kragen-Reden zur Lebensaufgabe gemacht. Am besten gefällt ihm der Autor, wenn er ein "Best-of-Kapielski" gibt, d. h. altes und altbewährtes Kneipenphilosophisches zum Besten gibt, sich Fragen stellt und auch selbst beantwortet. Das geht munter querbeet, mischt humorvoll kalauernd Autobiografisches mit Berliner Bohemehistorie, so Rüdenauer im Ganzen recht begeistert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.09.2023

Rezensent Harry Nutt  freut sich über Thomas Kapielskis autobiografischen Interview-Band. Der Autor lässt den Leser nicht nur an seinem alltagsethnografischen Gespür und seinem Wortwitz teilhaben, sondern bietet auch Einblicke in das WG-Leben mit Peter Gente und Heidi Paris und Begegnungen mit Kippenberger, Heiner Müller und anderen Größen des Berliner Künstlermilieus der 1970er bis 90er Jahre, so Nutt. Ein bisschen Geschwätzigkeit muss der Leser ertragen, warnt Nutt, dafür wird er aber belohnt mit dem ein oder anderen mitunter unglaublichen Detail aus einer untergegangenen Subkultur.

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