Im 17. Jahrhundert wurden neue Methoden des Ideologietransfers und neue überkonfessionelle Nationenkonzepte entwickelt, die die Zukunft des modernen Nationalismus prägen sollten. So wenig aber nationalistische Argumentationsmuster in dieser Zeit zwangsläufig Staatsbildungsprozesse unterstützten, so wenig waren sie als Allheilmittel bei konfessionellen Konflikten brauchbar. Das Buch beschäftigt sich am Beispiel der Schweiz mit den reformierten sowie den katholischen Ansätzen zur Konstruktion einer konfessionell ausgerichteten eidgenössischen Sakralnation. "Unsere eydtgenössischen Stiefbrüder", so nannten katholische Schweizer ihre reformierten Landsleute seit dem späten 16. Jahrhundert. Diese Metapherdrückte ein ambivalentes Verhältnis aus, sie beschrieb Nähe und Entfremdung zugleich. Der Autor geht den Gründen für die interkonfessionelle Sprachlosigkeit ebenso nach, wie er die Versuche analysiert, sie mithilfe neuer nationaler Mythologien zu überwinden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2009
Große Anerkennung zollt Thomas Maissen dieser Habilitationsschrift über Nation und Konfession in der Schweiz und im Europa des 17. Jahrhunderts, die Thomas Lau vorgelegt hat. Im Zentrum sieht er die Frage nach dem Einfluss der zeitgenössischen Diskurse über Konfession und Nation auf das eidgenössische Selbstverständnis. Er hebt die Fülle von Material hervor, die der Autor zusammengetragen hat. Mit Gewinn hat er auch Laus Interpretationen gelesen. Die große Stärke des Werks besteht für ihn darin, dass es die Komplexität der Auseinandersetzungen nicht nur zwischen den Konfessionsparteien, sondern auch im Inneren der Kantone immer im Auge behält.
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