Ist heute von Heinrich Besseler die Rede, so findet sich die politische Seite seiner Biografie ebenso oft ausdrücklich aufgegriffen wie absichtsvoll ausgeschlossen. Ist umgekehrt die Rede von der Musikwissenschaft im "Dritten Reich" fällt Besselers Name fast zwangsläufig. Seit den sechziger Jahren gibt es Kontroversen zwischen Apologie und Anklage. Vor der Diskussion des "Fall Besseler" freilich muss eine Offenlegung der "Akte Besseler" stehen. 1928 übernahm Besseler, achtundzwanzigjährig, die planmäßige außerordentliche Professur für Musikwissenschaft an der Universität Heidelberg. Bereits in den ersten Jahren seiner Lehrtätigkeit begründete er das, was Peter Gülke im Rückblick als Heidelberger "Schule" bezeichnen konnte. Nach 1945, obschon amtlich "entlastet", wurde Besseler in Heidelberg nicht neu eingestellt. Erst 1950 konnte er in Jena wieder eine Professur übernehmen. 1956 nach Leipzig berufen, starb er dort 1969.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.04.2007
Laut Daniel Ender gebührt dem Autor Thomas Schipperges Dank angesichts der Schwierigkeit, mit dem Nazismus infizierte Akademiker-Biografien wissenschaftlich aufzuarbeiten. Besser noch, meint Ender, wenn wie hier ein distanziertes, gründliches und ausgewogenes Bild entsteht, das sowohl die hochschulpolitische Arbeit des Betreffenden kritisch unter die Lupe nimmt, als auch dessen distanziertere Töne nicht unerwähnt lässt. Sachlichkeit und Vollständigkeit und die Chance, sich ein eigenes Bild zu machen, das schätzt der Rezensent an Schipperges Buch.
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