Mandelbaum Verlag, Wien 2026
ISBN
9783991361183 Kartoniert, 112 Seiten, 18,00
EUR
Klappentext
Thomas Stöltings Essay über Gewalt, Erinnerung und historische Verantwortung handelt vom Spanischen Bürgerkrieg, seinen Ursachen, seinem Verlauf und wie er bis heute (nicht) erinnert wird. Es wird deutlich, wie sehr Hitler-Deutschland diesen Bürgerkrieg erst ermöglichte. Ein besonderes Augenmerk widmet er exemplarisch der Gewaltgeschichte der kanarischen Insel La Palma. Bewusst richtet der Autor den Blick auf die innere Logik der spanischen Gesellschaft, ihre Brüche, ihre Schuldverhältnisse und verschleppten Konflikte. Er zeichnet nach, wer die Gewalt forcierte und strategisch vorangetrieben hat und beschreibt, warum eine historisch-kritische Aufarbeitung unverzichtbar ist und wie sie gelingen kann.
Notwendig und in großen Teilen auch überzeugend findet Rezensent Reiner Wandler das Buch von Thomas Söltling über die Franco-Diktatur und ihr Nachleben. Ein "reines Geschichtsbuch" sei nicht dabei herausgekommen, weil der Autor in seinem knappen Essay (100 Seiten) einzelne Schicksale, vor allem auch von Tätern, in den Blick nimmt, um Ursachen, Verlauf und Folgen des Bürgerkriegs aufzugeigen, wie Wandler erklärt. In den Fokus rücke dabei vor allem auch Stöltings Kritik am "Pakt des Schweigens", der unmittelbar nach Kriegsende noch vertretbar war, mittlerweile aber das Erinnern blockiert und nun als "Vakuum" von rechts mit Geschichtsklitterung gefüllt wird, gibt Wandler wieder. Auch, wie der Autor dieses Erinnern als einen notwendigen "aktiven Akt" (Stölting) einfordert, der ein langfristiges Vergessen erst ermögliche, scheint den Kritiker zu überzeugen. Einzig die Darstellung des Altkönigs Juan Carlos I. und seiner Rolle für die Demokratisierung gerät ihm zu "positiv" und damit "allzu unkritisch".
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