Amanda Vaill

Hotel Florida

Wahrheit, Liebe und Verrat im Spanischen Bürgerkrieg
Cover: Hotel Florida
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2015
ISBN 9783608949155
Gebunden, 512 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Es ist Krieg. In dieser angespannten Situation treffen sechs Menschen im Hotel Florida in Madrid aufeinander: Ernest Hemingway hofft, Material für ein neues Buch zu finden, und beginnt eine Affäre mit Martha Gellhorn. Die ehrgeizige Journalistin hungert nach Liebe und Erfahrung und hofft, beides mit Hemingway in Spanien zu finden. Die Idealisten Robert Capa und Gerda Taro fotografieren - anders als alle anderen. Sie erfinden den modernen Fotojournalismus und revolutionieren die Arbeit der Kriegsfotografen, der "bewaffneten Augenzeugen". Arturo Barea und Ilsa Kulcsar telegrafieren die Wahrheit über diesen Stellvertreterkrieg zwischen Faschismus und Kommunismus in alle Welt. Sie alle schweben in höchster Gefahr, denn die Wahrheit stirbt in jedem Krieg zuerst ...

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 12.09.2015

Beeindruckt ist Rezensent Marko Martin vom großen Aufwand, den die US-Journalistin Amanda Vaill seines Erachtens bei Recherche und Montage ihres "Hotel Florida" betrieben haben muss. Die titelgebende Unterkunft in Madrid bot während des spanischen Bürgerkriegs antifaschistischen Romanciers und Künstlern wie John Dos Passos, Ernest Hemingway und Robert Capa Obdach. Im gut gelaunten Plauderton zeichnet der Kritiker die politischen und persönlichen Verwicklungen rund ums Hotel Florida der Dreißigerjahre anhand von Anekdoten nach, als handle es sich um den Plot einer launigen Sitcom. Für den Rezensenten, der sich einer klaren Bewertung des Buches enthält, bilden dessen einzelnen Episoden ein Gesamtbild "in dem sich Hochherzigkeit und Hybris mischen, Kalkül und Leidenschaft".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.08.2015

Merten Worthmann ist ein wenig unschlüssig, was er mit Amanda Vaills "Hotel Florida" anfangen soll. Vaill erzählt die Geschichten dreier Paare - der Fotografen Gerda Taro und Robert Capa, des Schriftsteller Ernest Hemingway und der Journalistin Martha Gellhorn, des Pressezensors Arturo Barea und der Aktivistin Ilse Kulcsar -, die alle einen gewissen Anteil an der Darstellung des Spanischen Bürgerkriegs hatten, beschränkt ihre Erzählung allerdings keineswegs auf Spanien, sondern folgt ihren Figuren auch über Grenzen hinweg, fasst die Rezensentin zusammen. Während Worthmann bewundernswert findet, mit wie vielen Figuren, Themen und Handlungssträngen Vaill gleichzeitig hantieren kann, ohne Chaos zu stiften, richtet sich die Aufmerksamkeit für ihn jedoch zu sehr auf die Dynamiken der einzelnen Paarbeziehungen, was dem ganzen Buch eine unangenehme Melodramatik gibt. Ein Fokus, der mehr den Krieg und die Politik berücksichtigt, hätte dem Rezensenten besser gefallen.

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