Thukydides

Der Peloponnesische Krieg

Cover: Der Peloponnesische Krieg
Reclam Verlag, Stuttgart 2000
ISBN 9783150018088
Kartoniert, 851 Seiten, 15,34 EUR

Klappentext

Herausgegeben und aus dem Griechischen übersetzt von Helmuth Vretska und Werner Rinner. Die acht Bücher über den Peloponnesischen Krieg (431 - 404 v. Chr.) gelten als das bedeutendste Geschichtswerk der antiken Literatur. Sein Einfluss, zunächst auf die römischen Historiker, dann auf die gesamte europäische Geschichtsschreibung, war enorm. Mit unbestechlichem Blick erkennt Thukydides die Stärken und Schwächen der Verantwortlichen für diesen ganz Griechenland erschütternden Krieg und die zweifelhaften Mechanismen der Politik.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.06.2002

Alles Schwachsinn, sagt Jens Jessen, dass man kiloweise nur leichte Lektüre in den Urlaub mitnehmen sollte. Wann habe man schon mal den Kopf so frei, um sich auch vertrackteren Texte zuzuwenden, fragt er und empfiehlt eine kleine handliche Ausgabe von Thukydides' "Der Peleponnesische Krieg", der selbst in der Übersetzung zugegebenermaßen nicht einfach zu lesen sei. Niemand werde nach dieser Lektüre die Griechen, die sich mit ihrer Konkurrenzpolitik gegen Sparta in einen dreißigjährigen Bürgerkrieg verwickeln ließen, weiterhin für ein vorbildliches Volk halten, meint Jessen. Darüber hinaus gewähre der antike Text aber vor allem Einblick in die politische Dynamik der Macht, so der Rezensent, die Parallelen Athen - USA mit ihrem Kampf gegen den Terrorismus drängten sich geradezu auf. Defensive Expansion, Export der eigenen Staatsform, politische Erziehung, Freiheitsrhetorik, Hegemonialanspruch, Verschränkung von Innen- und Außenpolitik, historisch-moralische Erpressung der befreundeten Staaten, das Recht des Stärkeren als Naturgesetz, all das lasse sich in seiner eiskalten Logik schon bei Thukydides nachlesen, der klarsichtig die wahre Natur des Menschen und des Krieges erkannt habe. Man wundere sich nicht mehr, schließt der Artikel, warum sich die Amerikaner nicht in multilaterale Verträge einbinden lassen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2001

Wolfgang Will vergleicht hier vor allem die vorliegende Übersetzung Vretskas, der 1993 starb und dessen Arbeit von Werner Rinner fortgeführt wurde, mit der Übersetzung G.P. Landmanns von 1960. Vretska ermöglicht nach Ansicht des Rezensenten dabei einen "leichteren Zugang" zum Werk als Landmann, was er durch einen "Verzicht auf sprachliche Prononcierung" erklärt, ohne dass Vretska dabei zu vereinfachenden Maßnahmen gegriffen habe. Landmanns Text hingegen macht auf ihn einen "literarisch ambitionierteren" Eindruck, Vretskas Version wiederum besteche durch Genauigkeit. Gut scheint dem Rezensenten zu gefallen, dass Vretska völlig auf "Modewörter, die Aktualität suggerieren, eine Übersetzung aber schnell altern lassen" verzichtet. Die Fortführung der Übersetzung durch Rinner hält der Rezensent für gelungen, zumal sich dieser an Vretskas Stil weitgehend orientiert habe. Insgesamt kommt Will jedoch zu dem Schluss, dass Landmanns Version stärker "sprachliche Faszination" vermittelt. Kritik äußert Will am Verlag. Zwar weiß er die Paragraphenzählung zu schätzen, doch bemängelt er, dass Vretskas Vorwort nun als Nachwort erscheint und nicht aktualisiert worden ist, sowie die Tatsache, dass der Gesamtindex aus der Landmann-Übersetzung einfach kopiert worden ist.

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